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Hybridisierung und Retikulation als driving forces in der Evolution der Gräser aus den temperaten Regionen der Erde (Gräser-Unterfamilie Pooideae)?
Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ;
Untersuchungen am Plastiden-Genom der v.a. nordhemisphärisch-temperat verbreiteten Gräser-Unterfamilie Pooideae (u.a. mit den wichtigen Getreiden Weizen, Gerste, Roggen, Hafer) stellen traditionelle Vorstellungen über die Umgrenzung dieser Gruppe und die Zahl sowie die evolutionäre Abfolge ihrer major lineages in Frage. Als Erklärung dieser Unterschiede werden zur Zeit weit zurückliegende Hybridisierungen über Grenzen von Gattungen und Gruppen von Gattungen (= Triben) hinweg favorisiert. Experimentell wurde dies bislang erst am Beispiel einer polyploiden Art aus der Weizen-Verwandtschaft nachgewiesen. Um die Rolle solcher Hybridisierungen als driving force in der Evolution der Pooideae zu testen, untersuchten wir bislang die internal transcribed spacer aus der biparental vererbten nukleären 18S 26S rDNA anhand eines taxonomisch breiten sampling von Arten. Diese Sequenzen erwiesen sich als zu wenig informativ, um die Rolle von Hybridisierungen für die tieferen phylogenetischen Aufspaltungen der Unterfamilie abzuschätzen. Inzwischen sind für einige Gräser relativ konservierte single- oder low copy-Gene des Kern-Genoms exemplarisch untersucht worden (Topoisomerase 6, AccI u.a.), Sie sind nach unseren Voruntersuchungen geeignet, im Vergleich mit den Plastiden-DNA-Daten die evolutionäre Bedeutung von Hybridisierung in den unterschiedlichen major lineages der Unterfamilie Pooideae zu klären und erstmalig eine durch nukleäre DNA-Marker unterstützte molekulare Phylogenie zu erhalten. Beides bildet die Voraussetzung, um die morphologische Evolution, die raum-zeitliche Entfaltung und Bio-geographie dieser großen Gräser-Unterfamilie zukünftig analysieren zu können.

Schlagworte

Evolutionsforschung, Systematische Botanik
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