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Das Heilige Land pflegen. Philippinische "Transmigrantinnen" im israelischen Migrationsregime
Projektbearbeiter:
M.A. Claudia Liebelt
Finanzierung:
Fördergeber - Sonstige;
Im Mittelpunkt dieser ethnologischen Forschung steht das Leben philippinischer Hausangestellten in der israelischen Stadt Tel Aviv. Konzepte von transnationaler Migration zeigen, dass Migranten im Zeitalter eines globalen Kapitalismus multiple räumliche, soziale, intellektuelle und identitäre Bezüge herstellen, welche nationalstaatliche Grenzen überschreiten. Anhand der subjektiven Erfahrungen, Praktiken und Erzählungen von philippinischen Migrantinnen sollen vor dem Hintergrund der politischen, legalen und ökonomischen Strukturierung des israelischen Migrationsregimes die Beziehungen zwischen transnationaler Migration, Geschlecht und (kulturellem, geographischem und imaginiertem) Raum neu durchdacht werden. Spätestens seit Beginn der 90er Jahre rekrutierte Israel massiv nichtjüdische Arbeitsmigranten aus aller Welt, um die aus dem Arbeitsmarkt heraus gedrängten palästinensischen Arbeitskräfte zu ersetzen. Über die Vermittlung sogenannter manpower agencies gelangten so auch Zehntausende philippinische Hausangestellte vorwiegend Frauen mittleren Alters - ins Lande. Wenn diese am Wochenende von ihren Arbeitgebern kommend ins südliche Tel Aviv strömen, gleicht der Stadtteil einer asiatischen Metropole, mit Straßenständen, an denen asiatisches Essen erhältlich ist, Pfingstkirchen und Karaokebars. Diese Aneignung des urbanen Raums wird von israelischer Seite her zunehmend auch als (kulturelle, demographische, sicherheitspolitische) Bedrohung gewertet. So ging in den letzten Jahren eine massive Abschiebungspolitik mit erhitzten Debatten über das Einwanderungsland Israel, das jüdische Selbstverständnis des Staates und die Möglichkeiten neuer Formen der Staatsbürgerschaft einher.

Anmerkungen

Das Projekt wird von der Minerva-Stiftung, Max-Planck-Gesellschaft (vom 01. 06. 2004 - 30. 09. 2005) und von der Friedrich-Ebert-Stiftung (vom 01. 10. 2005 - 31. 07. 2007) finanziert.

Schlagworte

Ethnologie, Gender, Globalisierung, Israel, Migration, Transnationalismus
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