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Ethnographische und weltsystemische Aspekte des Aufstiegs und Niedergangs der mauritischen Textilindustrie
Projektbearbeiter:
M.A. Patrick Neveling
Finanzierung:
Haushalt;
Das Projekt ist konzipiert als ethnographische Studie der mauritischen Textil- und Bekleidungsindustrie, in welche lokale wie welt-systemische Aspekte einbezogen werden. Die Industrie wurde durch die Gründung einer Export Processing Zone im Jahre 1970 und die folgenden massiven Investitionen aus dem Aus- und Inland zum Grundstein der ersten ökonomischen Erfolgsgeschichte nach der Unabhängigkeit des Inselstaates. Während einer 20 jährigen Phase kontinuierlicher Industrialisierung breiteten sich Textilbetriebe bis in die entlegendsten Küstendörfer aus. Seitdem jedoch mit der Gründung der Welthandelsorganisation im Jahre 1995 der Welthandel liberalisiert wird, verliert der Wirtschaftsstandort Mauritius schrittweise seine präferentiellen Quoten für Exporte auf westliche Märkte. In Folge dessen haben mehr und mehr ausländische aber auch lokale Firmen ihre Produktion in Länder wie China und Indien verlagert. Die Auswirkungen der Industrialisierung und Deindustrialisierung auf die Mauritische Gesellschaft und das Alltagsleben - Veränderungen der Rolle von Frauen in der Gesellschaft, Arbeiterrechte, Wohnungswesen und Konsumverhalten - sind der zentrale Fokus der ethnographischen Untersuchung. In einem zweiten Schritt sollen die auf internationaler, transnationaler und lokaler Ebene an dem Prozess beteiligten und von diesem betroffenen Akteure identifiziert werden. Letzteres dient der Erhebung von Daten zu individuellen Erklärungen, Konzeptionen und Übersetzungen globaler und lokaler Entwicklungen, welche in die ethnographische Erzählung integriert werden sollen.

Schlagworte

Mauritius, Textilindustrie, Transnationalismus, Welthandelssystem
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