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cAReCoach: Digitales Assistenzsystem für informelle Pflege mit Augmented Reality
Projektleiter:
Projektbearbeiter:
M.Sc. Paul Tebbe, M.Sc. Hans Betke
Finanzierung:
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt;
cAReCoach: Digitales Assistenzsystem für informelle Pflege mit Augmented Reality
Pflegende An- und Zugehörige verfügen in der Regel nicht über eine fachliche Ausbildung, um Angehörige adäquat zu versorgen und es fehlt oft an Anleitung, Sicherheit und Rückhalt in alltäglichen Pflegesituationen. Kompetenzen und das Wissen bzgl. alltäglicher Pflegesituationen, wie z. B. Mobilisation, Dekubitusprophylaxe, Wundversorgung oder Medikamentengabe, werden meist beiläufig oder durch „learning by doing“ erworben. Vorhandene Pflegekurse, wie auch andere Entlastungs- und Unterstützungsangebote, werden von pflegenden An- und Zugehörigen nur selten in Anspruch genommen, einerseits aufgrund von fehlenden Informationen bzw. fehlender Kommunikation der bestehenden Angebote, andererseits aus Zeitmangel bzw. wegen Unabkömmlichkeit während der Kursteilnahme. Eine gezielte Vermittlung pflegerisch wichtiger Handlungskompetenzen an pflegende Zu- und Angehörige findet daher häufig nicht oder nicht ausreichend statt.

In vielen strukturschwachen Regionen Sachsen-Anhalts besteht dringender Handlungsbedarf, innovative technische Lösungen zu entwickeln, die pflegende An- und Zugehörige im Alltag unterstützen. Trotz der hohen Relevanz häuslicher Pflege fehlt es bislang an digitalen Assistenzsystemen, die intuitiv nutzbar sind und konkrete Unterstützung bei praktischen häuslichen Pflegetätigkeiten bieten. Genau hier setzt das Vorhaben cAReCoach an: Ziel ist die Entwicklung eines geräteübergreifenden, adaptiven Assistenzsystems auf Basis von Augmented Reality (AR), das pflegende An- und Zugehörige direkt in ihrer häuslichen Umgebung durch visuelle Schritt-für-Schritt-Anleitungen unterstützt.

Im Zentrum stehen dabei nicht Schulungen im klassischen Sinne, sondern die Begleitung realer Pflegesituationen. Interaktive AR-Overlays (siehe Abbildung 1, Beispiel: Dekubitusprophylaxe) im realen Sichtfeld (z. B. Pfeile, Positionshinweise oder Zeitangaben, die das reale Sichtfeld “überlagern”)
sollen zur sicheren Durchführung von Pflegemaßnahmen beitragen und als Werkzeug dienen, um Fehler zu vermeiden. Das System soll geräteübergreifend verfügbar sein (auf AR-Brille, Smartphone und Tablet) und ko-kreativ unter Einbezug relevanter Stakeholder, d. h. Pflegefachfachpersonen, Pflegewissenschaftler*innen und insbesondere auch pflegender An- und Zugehöriger, entwickelt werden. Durch diesen partizipativen Ansatz soll ein alltagsnahes System entstehen, das sich nicht nur an modernen technischen Möglichkeiten orientiert, sondern vor allem an den tatsächlichen Bedarfen informell Pflegender. cAReCoach zielt so auf mehr Sicherheit, Selbstwirksamkeit und Entlastung in der häuslichen Pflege ab.

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