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Belastungssteuerung im Schwimmsport auf der Basis individueller Leistungsdiagnostik im Kraul-, Rücken- und Schmetterlingsschwimmen
Projektbearbeiter:
Ahmed Solimann, Dr. Andreas Hahn, Frank Embacher
Finanzierung:
Haushalt;
intergrund: Eine Analyse der in der Schwimmpraxis angewendeten leistungsdiagnostischen Verfahren zeigt, dass fast ausschließlich Stufentests mit Laktatbestimmung im Kraulschwimmen die Grundlage für die Belastungs- steuerung aller Hauptschwimmtechniken darstellen. Die muskuläre Beanspruchung und aerob/anaerobe Leistungsfähigkeit der Schwimmer in den einzelnen Schwimmtechniken ist jedoch sehr unterschiedlich ( Olbrecht, 1999), so dass es problematisch erscheint, leistungsdiagnostische Befunde eines Stufentests in einer Schwimmtechnik auf andere Schwimmtechniken zu übertragen.Fragestellung: Ziel dieser Studie war es, die aerob/ anaerobe Leistungsfähigkeit von Athleten in den einzelnen Schwimmtechniken zu bestimmen, um daraus neue Erkenntnisse für die Belastungssteuerung im Schwimmsport zu gewinnen. Methodik: An der experimentellen Untersuchung nahmen sechs Schwimmer (Alter: 16,8±1,0 Jahre; Bestleitung Kraul (K): 117,69±7,81 s; Rücken (R): 139,31±9,48 s ; Schmetterling (S): 135,11±8,41s) und acht Schwimmerinnen (15,9±1,9 Jahre; 169,9±8,0 cm; 59,1±7,5 kg; 19,9±1,7 kg/m2; K: 131,31±4,23 s; R: 153,08±7,68 s ; S: 147,93±7,89 s) teil. Zum Zeitpunkt der Untersuchung waren alle Schwimmer leistungssportlich aktiv. Sie absolvierten in einem dreimonatigen Zeitraum jeweils drei Stufentests mit fünf Teilstrecken über 200m im K, R, und S. Die Belastungsintensität für die Stufentests wurde prozentual von der aktuellen Bestzeit abgeleitet. Der Test erfolgte nach dem Einschwimmen (1200 m). Vor und nach jeder Belastungsstufe wurde aus dem kapillaren Ohrblut die Laktatkonzentration (La) bestimmt und die Herzfrequenz (Hf) gemessen.Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen signifikante Unterschiede (p<0,05) in den Parametern Schwimmgeschwindigkeit (V), Laktat und Herzfrequenz bei den drei untersuchten Schwimmtechniken. Bei gleicher Geschwindigkeit werden beim Kraulschwimmen signifikant niedrigere Laktatwerte erreicht als beim Rücken- und Schmetterlingsschwimmen. Beim Schmetterlingsschwimmen erreichten die Schwimmer bereits auf der niedrigsten Belastungsstufe Laktatkonzentrationen von über 5 mmol/l. Auf der letzten Belastungsstufe mit maximaler Schwimmgeschwindigkeit werden bei allen drei Techniken etwa die gleichen Laktat- und Herzfrequenzwerte erzielt. Beim 2. und 3. Messzeitpunkt (nach 4 bzw. 9 Wochen) zeigt die Laktat-Geschwindigkeits-Kurve in allen drei Schwimmtechniken eine Rechtsverschiebung.Diskussion/Schlussfolgerung: Die höhere Laktatkonzen- tration und Herzfrequenz beim Schmetterlingsschwimmen im Vergleich zum Kraul- und Rückenschwimmen erklärt sich aus dem relativ kurzen, sehr intensiven Armzyklus bei dieser Technik (Maglischo, 2003). Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der klassische Stufentest im Kraulschwimmen für die anderen Schwimmtechniken nur bedingt aussagekräftig ist. Im Schmetterling ist ein aerobes Grundlagenausdauertraining aufgrund der erhöhten anaeroben Belastung bei geringer Schwimmgeschwindigkeit nicht zu empfehlen.
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