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Ausgrabungen auf dem Tell Halaf in Syrien
Projektbearbeiter:
Jörg Becker
Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ;
Ausgrabungen auf dem Tell Halaf in Syrien
Tell Halaf - Ostfassade des Westpalastes mit Skorpiontor
In einer gemeinsamen Mission der Staatlichen Museen zu Berlin, der Eberhard Karls Universität Tübingen, der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Generaldierektion der Antiken und Museen Damaskus begannen am 5. August 2006 erneute Ausgrabungen auf dem Tell Halaf in NO Syrien. Damit wurden nach knapp 80 jähriger Unterbrechung die archäologischen Untersuchungen an einem der bekanntesten Ruinenhügel Vorderasiens wieder aufgenommen.

Namensgebend für einen Abschnitt des keramischen Neolithikums - "Halaf-Zeit", ca. 6000-5300 v. Chr. - war der Ort und dem Namen "Guzana" Hauptstadt eines aramäischen Fürstentums im frühen 1. Jt. v. Chr. und wird als "Gosan" im Alten Testament erwähnt. Die Ausgrabungen, die der aus einer reichen Bankiersfamilie stammende deutsche Diplomat und Privatgelehrte Max Freiherr von Oppenheim 1899, 1911-13 und 1929 auf dem Tell Halaf durchführte, brachten eine Vielzahl deutender Bildwerke zu Tage, darunter drei als Säulen dienende Monumentalstatuen von Göttern.

Ein Teil dieser Funde war bis zum 2. Weltkrieg in einem eigens eingerichteten Halaf-Museum in Berlin ausgestellt, welches 1943 einem Bombenangriff zum Opfer fiel. In einem großen Restaurierungsprojekt am Vorderasiatischen Museum zu Berlin werden die Bildwerke gegenwärtig wieder zusammengesetzt (www.tell-halaf-projekt.de)

Im Mittelpunkt der neuen Ausgrabungen stehen bisher nicht hinreichend geklärte Fragen zur Siedlungschronologie, zur Siedlungsstruktur und zur Rolle des Tell Halaf in der kulturhistorischen Entwicklung Vorderasiens.

Bereits in der 1. Kampagne konnten von dem Archäologenteam unter der gemeinsamen Leitung von Dr. Lutz Martin (Berlin), PD Dr. Mirko Novák (Tübingen), Dr. Jörg Becker (Halle-Wittenberg) und Abd el-MAsih Badgo (Hassake), wichtige Erkenntnisse zur Geschichte des Ortes und zur Bauabfolge der Monumentalbauten auf der Zitadelle gewonnen werden. So wurden Teile des aramäischen Palastes ("hilani") und des anschließenden, nach seinen Torhüterskulpturen so benannten "Skorpiontores" wieder freigelegt, die präzisere Beobachtungen zur Architektur erlaubten. Zu den Neuentdeckungen gehören Räumlichkeriten im Süden der Zitadelle, die Untersuchung des Südflügels des assyrischen Gouverneurspalastes und der Nachweis eines prähistorischen Rundbaus.

Die Ausgrabungen sollen 2007 fortgesetzt und anschließend präsentiert werden.

Schlagworte

Alter Orient, Aramäer, Eisenzeit (1200-330 v. Chr.), Halaf-Zeit (6000-5300 v. Chr.), Obed-Zeit (5300-4200 v. Chr.), Spätchalkolithikum (4200-3000 v. Chr.), Vorderasiatische Archäologie
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