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Sozialwissenschaftliche Vorbereitung und Begleitung von Rueckbaumassnahmen zur Verbesserung der Wohn- und Wohnumfeldqualitaet - Untersucht am Beispiel von Weisswasser-Sued
Projektleiter:
Projektbearbeiter:
Matthias Bernt, Dipl.-Geogr. Andreas Peter
Finanzierung:
Fördergeber - Sonstige;
Am Beispiel der leerstandsbedrohten Plattenbausiedlung Weisswasser-Sued werden konkrete Rueckbaumassnahmen mit dem Ziel einer Verbesserung der Wohn- und Wohnumfeldqualitaet sozialwissenschaftlich untersucht. Es werden baulich-technische und umfeldgestalterische Aspekte einbezogen. Oekologische Effekte im Sinne der Ressourceneffizienz durch Wiederverwendung demontierter Platten und die Gruenausstattung werden im Rahmen der Freiraumgestaltung besonders beachtet. Das Forschungsvorhaben wird sich aus akteursorientierter Perspektive der konkreten Realisierung von Rueckbaumassnahmen zuwenden und insbesondere die Beduerfnisse und Erwartungen der Buerger erkunden. Es sollen innovative und uebertragbare Strategien fuer ein abgestimmtes und von allen Beteiligten mitgetragenes Konzept fuer Stadtteilentwicklung geschaffen werden. Ausgehend von der Situationsanalyse werden soziologische Methoden (Befragungen, Tiefen- und Experteninterviews) eingesetzt, um das Handeln und Verhalten der verschiedenen Akteure zu untersuchen. Die Zusammenarbeit mit den Wohnungsunternehmen und der Stadtverwaltung garantiert die unverzuegliche Umsetzung der Ergebnisse in die Praxis. Die Ergebnisse werden publiziert.Seit der zweiten Hälfte der neunziger Jahre bestimmen massive Wohnungsleerstände das Bild ostdeutscher Groß-, Mittel- und Kleinstädte. Der Stadtumbau als Gegenstrategie, z.Z. wesentlich fixiert auf Abrisse, entfaltet dabei unterschiedliche Wirkungen, z.B. das Freiwerden von Flächen, aber auch das Verschieben der Quantität und Qualität des Wohnungsbestandes. Die Abrissvorhaben sind zudem von sich aus voraussetzungsvoll, denn schon um sie zu implementieren, erfordern sie das Mit- und Zusammenwirken vieler Akteure. Sie sind zudem nicht ohne ein städtebauliches Konzept denkbar. Die zentralen Ergebnisse des sozialwissenschaftlichen Forschungsprojektes, verortet in der Mittelstadt Weißwasser, verweisen exemplarisch auf die vielschichtigen Problemlagen und Entscheidungsstrukturen aus Sicht der involvierten Akteursgruppen. Die unterschiedlichen Interessenlagen und Handlungsrestriktionen auf der Ebene der Entscheidungsträger werden den Wahrnehmungen, Erwartungen und dem Handeln der Bewohner gegenübergestellt. Zu den wesentlichen Erkenntnissen des Projektes gehört die Feststellung, dass der Stadtumbau mit seinen über bauliche Prozesse hinausgehenden Implikationen zur politischen Handlungsalternative mit Langzeitcharakter wird. Die anhaltenden Schrumpfungsprozesse bezogen auf die Einwohnerzahl, die Arbeitsplätze, die Versorgungsangebote u.v.a.m. erfordern diese ganzheitliche Herangehensweise. Der auf die Praxis gerichtete Auftrag des Forschungsvorhabens orientiert auf einen sozialwissenschaftlichen Beitrag zur Stabilisierung städtischer Strukturen. Es werden Wissensgrundlagen generiert und Handlungsempfehlungen erarbeitet, die auch auf andere Städte mit vergleichbaren Problemlagen übertragbar sind.

Schlagworte

Verhalten, soziales
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