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Experimentelle Analyse von Entscheidungen unter Risiko
Projektbearbeiter:
PhD James C. Cox
Finanzierung:
Haushalt;
Als eine Beschreibung um die Wahl zwischen zur Verfügung stehenden Optionen darzustellen, verwenden Ökonomen Nutzenfunktionen. Mit Hilfe dieser Funktionen können sowohl positive als auch negative Eigenschaften in den Nutzenraum übertragen werden und somit die erwünschten Eigenschaften einer Alternative (zum Beispiel der Geschmack eines Essens, die Motorleistung eines Autos, etc.) den unerwünschten Eigenschaften (zum Beispiel Kosten für den Erwerb, Benzinverbrauch, etc.) gegenübergestellt werden. Hat nach diesem Vergleich eine Alternative eine positive Nutzenbilanz, spendet es also mehr Nutzen als die negativen Konsequenzen an Nutzen reduzieren, so ist der Erwerb dieser Alternative sinnvoll. Um jedoch eine Vorhersage über Entscheidungen dieser Art machen zu können, ist es notwendig Aussagen über einen funktionalen Zusammenhang zwischen den Eigenschaften von zur Wahl stehender Alternativen und dem Nutzen, den sie spenden, zu machen. Während das theoretische Nutzenkonzept wesentlich in der ökonomischen Theorie ist und wenig kritisiert wird, so gibt es eine intensive Debatte darüber, wie Nutzenfunktionen bestimmt werden können, welche Eigenschaften sie besitzen müssen und vieles mehr. Insbesondere mit dem Aufkommen ökonomischer Experimente als Methode zur Erforschung ökonomischer Entscheidungen auf der Ebene des Individuums, wurde die Diskussion über Nutzenfunktionen und deren Form intensiviert. Obwohl das Nutzenkonzept sehr weit gefasst ist, fokussiert sich die Diskussion über den funktionalen Zusammenhang zwischen einem Gut und dem Nutzen, den es generiert, häufig auf Nutzenfunktionen über Geld. Ein Beispiel für die Anwendung von Nutzenfunktionen ist die Modellierung individueller Entscheidungen unter Risiko. Dabei werden in der Diskussion über den funktionalen Zusammenhang zwischen Geld und Nutzen in der Regel Entscheidungen über Lotterien verwendet. Diese Lotterien unterscheiden sich dabei in der Höhe der möglichen Auszahlungen und den Wahrscheinlichkeiten, mit denen diese Auszahlungen jeweils eintreffen. Während in der ursprünglichen Analyse dieser Art von Entscheidungen der Erwartungswert einer Lotterie ihren Wert beschrieb, hat die Nutzentheorie den Erwartungsnutzen als Entscheidungskriterium eingeführt. Im Rahmen dieses Projektes soll in einer Serie von Laborexperimenten untersucht werden, inwiefern die Modellierung von Entscheidungen unter Risiko mit Hilfe von Nutzenfunktionen reales Entscheidungsverhalten abbilden kann. Hierbei werden zum Einen die Grenzen dieser Theorie für das Beschreiben realen Entscheidungsverhaltens analysiert und zum Anderen Modifikationen bestehender deskriptiver Theorien erarbeitet, die experimentelle Beobachtungen besser vorhersagen kann.

Schlagworte

Entscheidungen unter Risiko, Experimentelle Analyse

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2012
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