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Ethik und Ökonomik moderner Agrarmythen (AGRIMYTH)
Projektbearbeiter:
Dr. Stefan Hielscher, apl. Prof. Dr. Vladislav Valentinov
Finanzierung:
EU - EFRE Sachsen-Anhalt ;
 
EUROPÄISCHE UNION - EFRE -  Europäischer Fonds für regionale Entwicklung
In Politik, Öffentlichkeit und Wissenschaft herrscht eine übereinstimmende Vision vor, dass die landwirtschaftliche Produktion in Deutschland (und weltweit) an umfassend verstandenen Nachhaltigkeitskriterien auszurichten ist. Dies schließt Umwelt- und Klimaschutz ebenso ein wie die verantwortungsvolle Nutzung von natürlichen Ressourcen, die Erhaltung der Biodiversität, den Verbraucherschutz, aber auch die globale Ernährungssicherheit und die Anpassungsfähigkeit der Agrarsysteme an veränderte Verbrauchergewohnheiten. Ein wesentliches Hindernis für eine solche inhaltliche Vision nachhaltiger Agrarsysteme besteht darin, dass die moralische Engführung öffentlicher und politischer Diskurse über landwirtschaftliche Produktion den Blick auf mögliche Lösungsoptionen verstellen kann (= landwirtschaftliche Mythen ). Zur Überwindung dieses Hindernisses untersucht das Projekt landwirtschaftliche Mythen aus ethischer und (agrar)ökonomischer Sicht mit dem Ziel, einen breiten Nachhaltigkeitsfokus zu ermöglichen, um blinde Flecke identifizieren und aufhellen zu können. Mit dieser Ausrichtung leistet das Projekt einen wissenschaftlichen Beitrag zur Aufklärung öffentlicher Kommunikationsprozesse, indem es die Mythen über Agrarproduktion identifiziert und auf diese Weise die gesellschaftlichen Diskurse stärker auf eine erfolgreiche Umsetzung des Anliegens nachhaltiger Entwicklung ausrichtet. 

Die Schwerpunkte des Forschungsprojekts liegen auf folgenden Aspekten:
  • Identifikation von Herausforderungen landwirtschaftlicher Produktion und Innovation in Form einer Diskursanalyse aktueller öffentlicher Debatten. Hierzu werden Zeitschriften- und Tageszeitungsbeiträge untersucht, die in führenden deutschen und internationalen Print- und Online-Medien in den letzten Jahren veröffentlicht wurden.
  • Identifikation von verbreiteten moralischen Vorstellungen und ggf. Engführungen über Landwirtschaft, landwirtschaftliche Produktion und Innovation. Zu diesem Zweck werden zusätzlich Experteninterviews mit relevanten Akteuren und Organisationen im landwirtschaftlichen Sektor durchgeführt, u.a. mit Verbänden der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft, NGOs und Experten aus Politik, Wissenschaft und Medien. Die Interviewleitfäden beinhalten offene Fragen im Hinblick auf die moralischen Dimensionen landwirtschaftlicher Produktion, z. B. hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit und der Förderung(swürdigkeit) von Kleinbauern.
  • Untersuchung der im Rahmen der Diskursanalyse und der Interviewanalyse erhobenen Textdaten mit Hilfe innovativer Methoden der qualitativen empirischen Analyse. Hierzu werden statistische Verknüpfungen und Kausalbeziehungen zwischen den identifizierten moralischen Konzepten erhoben und als mentale Landkarte der Probanden interpretiert. Sie offenbaren die Muster moralischer Argumentation und werden dazu verwendet, moralische Argumente zu klassifizieren und einer weiterführenden Semantikanalyse zuzuführen. 

Schlagworte

Agrarmythen, Bioökonomie, Innovation, Ordonomik, soziale Akzeptanz
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