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Individuelle Information vor Ort: Wissenschaftler der Hochschule Harz will Reiseplanung erleichtern
von Andreas Schneider

Nach fünfjähriger wissenschaftlicher Tätigkeit an der Hochschule Harz wurde Thomas Spangenberg im Rahmen eines kooperativen Verfahrens von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster zum Dr. rer. nat. promoviert. Die kumulative Dissertation Points of Interest in eTourism - Data Modeling, Context-Aware Services and Mobility Research wurde mit der Note magna cum laude ( sehr gut ) bewertet.

Zweitgutachter Prof. Dr. Hardy Pundt vom Wernigeröder Fachbereich Automatisierung und Informatik freut sich über den Erfolg des 35-Jährigen: Die Dissertation leistet einen wichtigen Beitrag zur modernen und anwendungsorientierten Verbindung von Geoinformatik und Tourismus. Für Hochschul-Rektor Prof. Dr. Armin Willingmann ist diese ein weiteres gutes Beispiel für erfolgreiche Promotionskooperationen zwischen Universitäten und der Hochschule Harz. Willingmann, gleichzeitig Präsident der Landesrektorenkonferenz Sachsen-Anhalt, betont: Absolventen von Fachhochschulen steht bei entsprechenden Leistungen auch der Weg zum Doktortitel offen . Ein Weg, der gefördert wird, wie Prof. Dr. Georg Westermann, Prorektor für Forschung und Internationales, unterstreicht: Wer an unserer Hochschule studiert, lehrt und eine Promotion anstrebt, kann auf vielfältige Unterstützung zählen. Ich habe gegen Ende meines Informatik-Studiums an der Hochschule Merseburg aktiv nach Möglichkeiten zur Promotion für Fachhochschul-Absolventen gesucht. Die Stellenausschreibung als wissenschaftlicher Mitarbeiter am KAT-Kompetenzzentrum der Hochschule Harz wies genau darauf hin , berichtet Thomas Spangenberg. Er blickt auf seine Promotionszeit, in der er auch zweifacher Vater wurde, gern zurück, betont jedoch: Es war eine echte Herausforderung, die ein gutes Organisations- und Zeitmanagement erforderte. Zudem hat man es als FH-Absolvent nicht immer leicht und muss viele Hürden nehmen. Im Rahmen eines Gastvortrags an der Universität Münster erhielt er schließlich die Chance, sein Forschungsthema vorzustellen und Prof. Dr. Edzer Pebesma vom Institut für Geoinformatik als Doktorvater für ein kooperatives Promotionsverfahren zu gewinnen.
 
Der gebürtige Hallenser fasst zusammen: Ich habe in zwei KAT-Projekten im Bereich der Geoinformatik mitgewirkt, jeweils war die brain-SCC GmbH Merseburg Industriepartner; gleichzeitig war ich an der Gründung zweier Innovationslabore in den Bereichen IT-Sicherheit und Tourismus beteiligt und habe nationale wie internationale Publikationen veröffentlicht. Auch der Klimawandel und die nachhaltige Regionalentwicklung im Harz standen im Fokus. Vertieft wurden meine Arbeiten zudem durch den fachlichen Austausch in einem DAAD-geförderten Projekt an der University of Technology im australischen Sydney . Spangenbergs Dissertation besteht aus drei englischsprachigen Journalbeiträgen und einer Abhandlung über deren Zusammenhänge. Mir ging es um die Fragestellung, wie man Touristen mit Hilfe geobasierter Dienste z.B. Karten oder GPS bei der Reiseplanung unterstützen und vor Ort mit passenden Informationen versorgen kann , so der Wissenschaftler. Als Schwerpunkt untersuchte er Sehenswürdigkeiten (Points of Interest), für die er ein umfassendes Datenmodell entwickelte. Parallel analysierte er das Mobilitätsverhalten von Touristen an diesen Punkten auf Grundlage von GPS-Tracking-Studien im Harz. Darauf aufbauend implementierte er eine prototypische mobile Anwendung. Der Informatiker erklärt: Die Reisenden können damit per Smartphone über eine App Empfehlungen zu interessanten Reisezielen in der Harzregion erhalten. Das alles ist auf die individuellen Interessen und die aktuelle Position des jeweiligen Nutzers zugeschnitten; Öffnungszeiten werden ebenso berücksichtigt wie Wetterbedingungen. Das an der Hochschule Harz angesiedelte Kompetenzzentrum für Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und unternehmensnahe Dienstleistungen ist Teil des mittlerweile sechs Hochschulen in Sachsen-Anhalt umspannenden Kompetenznetzwerkes für Angewandte und Transferorientierte Forschung (KAT). Die Forschungstätigkeiten des Kompetenzzentrums werden unter anderem durch Mittel der Europäischen Kommission aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert.