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Zum Einfluss von Schuhen auf die räumlich-zeitliche Gestaltung der Gangzyklen sowie die Symmetrie ausgewählter Gangparameter
Projektbearbeiter:
René Schwesig, David Fischer, Christoph Hintze, Katharina Sannemüller
Finanzierung:
Land (Sachsen-Anhalt) ;
Hintergrund / Fragestellung:
Das Tragen von Schuhen beeinflusst die natürliche Fußbewegung während des Gehens (Lythgo et al. 2009). Squadrone und Gallozzi (2009) konnten beim Fußaufsatz barfuß eine erhöhte Plantarflexion im Sprunggelenk nachweisen, welche im Vergleich zum Gangbild mit Schuhen signifikant veränderte Kraft-Zeit-Verläufe sowie räumlich-zeitlicher Parameter nach sich zog. Jedoch ist die Datenlage hierzu noch defizitär, insbesondere was das Vorliegen von Felduntersuchungen mit hinreichend großen Stichproben betrifft.
Ziel dieser Untersuchung war der Vergleich des Gehens mit und ohne Schuhe bezüglich der räumlich-zeitlichen Gangparameter und der Symmetrie in natürlicher Umgebung.
Studiendesign:
56 Probanden (Alter: 24.7 ± 5.4 Jahre) absolvierten jeweils drei Versuche über eine Streckenlänge von 20 m mit und ohne Schuhe in ihrer individuellen Wohlfühlgeschwindigkeit . Die Reihenfolge der Untersuchungsbedingungen (mit Schuhe vs. ohne Schuhe) wurde fortlaufend gewechselt. Das verwendete portable, inertialsensorbasierte Ganganalysemesssystem RehaWatch ermöglicht mittels Accelerometern und Gyroskopen, die am lateralen Malleolus befestigt sind, die Messung der kinemetrischen Größen Beschleunigung und Winkelgeschwindigkeit. Die zugehörige Software analysiert die Sensorsignale und berechnet die zeitlichen (z. B. Schrittdauer, Gangphasen) und räumlichen Gangparameter (z. B. Schrittlänge, Fußwinkel, Fußhöhe). Die Berechnung der Symmetrieindizes erfolgte nach Robinson et al. (1987), wobei für die Varianzanalyse die Berechnungsvorschrift nach Karamanidis et al. (2003) zugrunde gelegt wurde.
Ergebnisse/Diskussion:
Bei 19 von 25 Parametern fanden sich signifikante und relevante Mittelwertdifferenzen, insbesondere in den Parametern Schrittlänge (h2=0.744) und Einbeinstand (Eta=0.737). In 11 von 15 räumlich-zeitlichen Parametern zeigten sich ohne Schuhe signifikant geringere Werte. Lediglich die Kadenz sowie die zeitlichen Anteile von Einbeinstand, Schwungphase und Vorschwungphase waren beim Gehen ohne Schuhe höher als beim Gehen mit Schuhen. Die Gangsymmetrie ist beim Gehen ohne Schuhe konsistent schlechter als beim Gehen mit Schuhen. Vor allem in der Aufsetzphase (Ohne Schuhe: 19.5 ± 16.1 % / Mit Schuhe: 8.86 ± 6.93 %; p<0.001, Eta=0.275), im initialen Zweibeinstand (Ohne Schuhe: 18.1 ± 15.4 % / Mit Schuhe: 10.0 ± 9.49 %; p<0.001, Eta=0.171) und finalen Zweibeinstand (Ohne Schuhe: 18.1 ± 15.2 % / Mit Schuhe: 9.90 ± 9.51 %; p<0.001, Eta=0.176) fanden sich deutliche Unterschiede.
Schlussfolgerung:
Das Gehen ohne Schuhe unterscheidet sich hinsichtlich räumlich-zeitlicher Parameter signifikant vom Gehen mit Schuhen. Die Symmetrie ist beim Gehen ohne Schuhe, vor allem in der Aufsetzphase sowie dem initialen und finalen Zweibeinstand, schlechter als beim Gehen mit Schuhen. Deshalb ist es insbesondere bei ganganalytischen Längsschnitt- untersuchungen essentiell, das Schuhwerk zu standardisieren oder alternativ gänzlich darauf zu verzichten.

Schlagworte

Ganganalyse, Räumlich-zeitliche Gangparameter, Schuhe, Symmetrie

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2010
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