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Die Wahl der Hochschule als Verstärker vertikaler Differenzierung? Vergleiche zwischen Deutschland und Frankreich
Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ;
Das Projekt untersucht, ob die Wahl der Hochschule zu einer vertikalen Differenzierung im Hochschulfeld beiträgt. Die zentrale Hypothese lautet, dass Studieninteressierte konsensuelle Reputationsordnungen wahrnehmen und bei ihrer Anwahl Hochschulen vertikal in ihrer subjektiv wahrgenommenen Leistungsfähigkeit unterscheiden. Diese Verstetigung von vertikaler Differenzierung nimmt Einfluss auf Elitebildungsprozesse im Hochschulsystem und auf eine Segregation entlang sozialer Merkmale der Studierenden zwischen Einrichtungen. Vertikale Differenzierung ist daher in hohem Maße folgenreich für Bildungssysteme und die Sozialstruktur von modernen Gesellschaften.
Als methodologische Strategie wird ein Vergleich zwischen Deutschland und Frankreich mit längsschnittlichen Sekundärdaten gewählt.
Theoretisch arbeitet das Projekt mit dem Modell der Frame-Selektion und kann methodisch durch Längsschnittanalysen Veränderungen im Einfluss von Reputation und sozialer Herkunft bei der Wahl von als vertikal unterschiedlich angesehenen Hochschulen sowie in der Zu- oder Abnahme von sozialer Homogenität in den Einrichtungen bestimmen.
In Deutschland arbeitet das Projekt mit dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) zusammen, das dem Forschungsprojekt alle Wellen der Studienanfängerbefragung zur Verfügung stellen wird. Nach Ablauf des für die Dauer von drei Jahren beantragten Forschungsprojektes werden die Daten der Studienanfängerbefragung als Scientific Use File angeboten. Das Projekt trägt durch die Verwendung und Aufbereitung dieser großen Sekundärdatensammlung zu einer Verbesserung der Infrastruktur deutscher sozialwissenschaftlicher Daten bei. Für Frankreich werden Analysen mit Sekundärdaten der Erhebung Conditions de vie des étudiants (CVE) des Observatoire national de la Vie Étudiante (OVE) durchgeführt. Die beiden internationalen Datenangebote sind durch ihre Designs und gleichbleibenden Fragebögen sehr gut mit einander vergleichbar und erlauben die Operationalisierung aller im Modell vorgesehenen Variablen.
Der angestrebte Ertrag des Projektes wird bestehen aus: a) einer quantitativ exakten Bestimmung des Grades der Elitebildung in zwei unterschiedlichen Hochschulsystemen; b) einer theoretisch und empirisch wichtigen Rekonstruktion des Umfangs einer durch Anwahlprozesse getragenen vertikalen Differenzierung; c) einem neuen Längsschnittdatensatz für die Bildungsforschung. Da die Wahl der Hochschule und ihre institutionellen und sozialstrukturellen Folgen bislang quantitativ kaum untersucht wurde, ist das beantragte Projekt in der Lage, erhebliche Forschungslücken zu schließen und neue Perspektiven für das Themenfeld Elite und Hochschule zu eröffnen. Dazu zählt insbesondere die Frage, wie und ob sich Länder mit verschiedenen Ausgangspunkten in den Mustern vertikaler Differenzierung und vertikaler Schließungen im Hochschulfeld annähern.

Schlagworte

Deutschland, Elitebildung, Frankreich, Hochschule, Hochschulwahl

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2015
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2012
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