« Projekte
Vollindustrielle Nutzung von Ölsaaten
Finanzierung:
Bund;
Das Projekt "Vollindustrielle Nutzung von Ölsaaten" beinhaltet die Analyse der Einsatzmöglichkeiten nachwachsender Rohstoffe als Grundstoffe bei vollindustrieller Nutzung aller Endprodukte im Bereich der Oleochemie sowie eine Wirtschaftlichkeitsanalyse der hier vorgesehenen Verfahren. Verfahren zur Gewinnung von Rapsölfolgeprodukten sind auf dem Markt bekannt und bereits etabliert. Bekannte Einsatzfälle der im Pressvorgang gewonnenen Öle aus nachwachsenden Rohstoffen liegen im Bereich der Nahrungsmittelöle, der Verlustschmierstoffe sowie der alternativen Dieselkraftstoffe in Form von Fame (RME) und in der Oleochemie in vielfältiger Form vor. Im Allgemeinen werden die Pressrückstände als Futtermittel eingesetzt. Dabei stehen Ölpflanzen wie Raps für den europäischen Raum im Vordergrund. Die Suche nach weiteren Verwendungsmöglichkeiten der Pressrückstände spielt eine zunehmende Rolle. Diese können z.B. einer Vergärung zu Biogas, Verarbeitung zu Leim und Kunststoffen oder einer Niedertemperatur-Konvertierung (NTK) unterworfen werden. Bei konventionellen Verfahren der Niedertemperatur-Konvertierung wird die benötigte thermische Energie elektrisch oder über einen Brenner zugeführt, um das Reaktionsgut auf ca. 400 °C zu erwärmen. Im Gegensatz dazu erzeugen Mikrowellen eine unterschiedliche Anregung der Moleküle in Abhängigkeit ihrer Polarität. Im Rapskorn entsteht somit eine umgekehrte Temperaturverteilung, d.h. dass sich das Rapskorn "von innen heraus" erwärmt.
Verfahren Verschiedene Forschungsarbeiten, auch das an der Fachhochschule Merseburg durchgeführte Vorhaben "Verfahrensentwicklung industrieller Verwertung von Ölfrüchten", dienten als Ausgangsgrundlagen für das Projekt. In der eigenen Arbeitsgruppe wurde als Vorlauf für dieses Forschungsprojekt eine Versuchsanlage aufgebaut. Eine an eine Ölpresse angepasste Konvertierungseinrichtung dient zur thermischen Umwandlung des Presskuchens bei 350 bis 380 °C. Damit ist die Basis gegeben zur Untersuchung größe rer Mengen der Endprodukte bei gleichzeitig verfahrenstechnischer Analyse hinsichtlich Betriebsparameter, Produktqualität und Wirtschaftlichkeit. Die zu untersuchenden Verfahren werden in Hinblick auf gesamt-betriebswirtschaftliche Fakten unter Berücksichtigung der Art und Qualität der gewonnenen Endprodukte und deren Marktfähigkeit bewertet. Dabei ist bei der Ölsaat zwischen Saat und Pressrückstand zu unterscheiden. Beide Zustände bieten in vier zu untersuchenden Verfahren unterschiedliche Vorteile, die es nachzuweisen galt.
Datenbank Als Arbeitsmittel und Informationsquelle wurde die Datenbank "KONVERT" erstellt. Diese relational aufgebaute Datenbank ermöglicht schnelle Detailinformationen zu bisher unbekannten Verfahren, zu Ausgangs- und Endprodukten der Niedertemperaturkonvertierung von Ölsaaten. Daten und Ergebnisse aus unterschiedlichen Gebieten (Maschinenbau, Chemie, Betriebswirtschaft) können eingearbeitet, miteinander fachübergreifend verknüpft und bewertet werden. Informationen zu Ausgangsproduktion, Versuchsanlagen, Reaktionsparametern, Reaktionsgemischen und Reinstoffdaten werden in jeweils separaten Dateien abgelegt. Die Datenbank dient darüber hinaus zur Dokumentation der eigenen Versuche.

Anmerkungen

Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung<br> Programm "Anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung an Fachhochschulen aFuE"

Schlagworte

Rohstoff, nachwachsender
Kontakt

weitere Projekte

Die Daten werden geladen ...