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Verwandtschafts- und Residenzstrukturen in der Spätkupferzeit Süddeutschlands: Ein deutsch-britisches Netzwerkprojekt
Projektbearbeiter:
Jörg Wicke MA
Finanzierung:
Stiftungen - Sonstige;
Die Kupferzeit (ca. 4500-2000 v.Chr.) birgt die immens wichtige Veränderungen auf dem Weg von der handwerklich und sozial einfach strukturierten Gesellschaft des Neolithikums hin zu den technisch, wirtschaftlich und politisch weit entwickelten Gemeinschaften der Bronzezeit. Die ersten Metallverarbeiter legen die Grundlagen für hochspezialisierte Metallurgen, die Handelsbeziehungen, d.h. Kommunikationsnetze, breiten sich über ganz Europa bis nach Westasien aus und der Grabritus verrät die wachsende Tendenz zur Hervorhebung des Individuums. Dies alles wirkt sich in umfassenden sozialen Veränderungen aus und wird gleichzeitig von diesen beeinflusst. Allerdings entbehrt die archäologische Erkenntnis zum Funktionieren prähistorischer Gesellschaften fast sämtlicher Empirik, stattdessen werden die "ergrabenen" Daten mit Hilfe von Modellen aus Nachbardisziplinen, etwa der Ethnologie, interpretiert. Naturwissenschafliche Untersuchungen an Artefakten und anderen Hinterlassenschaften helfen uns, diese Interpretationen zu vertiefen, anzupassen oder zu verwerfen. Im hier vorgestellten Projekt sollen Methoden der Biochemie (alte DNS, stabile Isotope) an Skelettresten mehrerer menschlicher Individuen angewendet werden, um biologische Verwandtschaftsbeziehungen zwischen den Individuen eines Gebietes im Laufe der Zeit, möglicher Wechsel des Aufenthaltsortes zu Lebzeiten einzelner Individuen/Gruppen und möglicher Wechsel der Nahrungsgrundlage im Laufe der Zeit zu erforschen. Darauf aufbauend werden weitere Fragestellungen etwa nach dem Heiratsverhalten der Vererbung des sozialen Status angezielt

Anmerkungen

Projektförderung Thyssen Stfitung Az. 10.04.2.055 FA-Nr.: 50204-37-725

Schlagworte

AncientDNA, Kupferzeit, Mobilität, Verwandschaftsbeziehungen
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