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Verbundprojekt: Neue Wege der züchterischen Verbesserung der Gesundheit der Milchkuh rund um die Abkalbung (BHNP)
Projektbearbeiter:
Dr. Renate Schafberg, agr. N. Bergk, Hermann H. Swalve
Finanzierung:
Bund;
Zuchtprogramme, welche von den Organisationen der Rinderzucht durchgeführt werden, aber auch Programme der Leistungsprüfung, welche von unabhängigen Leistungsprüf-organisationen durchgeführt werden, sollten heute auf die Verbesserung der Gesundheit und Funktionalität der Milchkühe ausgerichtet sein. Aus Kostengründen verbietet es sich, hierzu sehr umfangreiche Wege der Leistungsprüfung neu zu installieren. Vielmehr sollten vorhandene Daten besser genutzt werden. Bei Neuinstallationen in der Leistungsprüfung muss abgewogen werden, ob die innovative Entwicklung den Kosten angemessen ist.
Hinsichtlich bestehender Datenquellen ist es das technische Ziel des Projektes, die Schnittstellen für den strukturierten Datenaustausch zwischen den Betrieben, LKV und VIT herzustellen und gleichzeitig eine solide Datenbasis und Datenverwaltung zu entwickeln, die dann für die regelmäßige und überregionale Zuchtwert­schätzung genutzt werden kann. Gleichzeitig wird auf der künftig zur Verfügung stehenden Daten­basis eine Verbesserung der Genauigkeit innerhalb der Zuchtwertschätzung erwartet. Die Gesundheitsdaten, die aufgrund des Diagnoseschlüssels künftig standardisiert vorliegen, sollen auf ihre Anwendbarkeit zur Zuchtwertschätzung erprobt werden.
Im Zeitfenster der Kalbung treten drei Merkmalskomplexe auf, die durch eine neuartige Erfassung substantiell Verbesserungen erwarten lassen:
  • Der Gehalt somatischer Zellen in der Milch gilt als Indikator für den Gesundheitsstatus und wird als Merkmal zur Zuchtwertschätzung genutzt. Bisher geht die Zellzahl frühstens ab Tag 5 der Laktation, im Mittel sogar nur um Tag 25 in die Zuchtwertschätzung ein. In einem Pilotprojekt wurde gezeigt, dass die Zellzahlmessung am dritten Tag nach der Kalbung eine hohe Aussage über die zu erwartende Eutergesundheit der Kuh in der folgenden Laktation erlaubt.
  • Die Kälbersterblichkeit, die regional bis zu 10 % einnimmt, stellt ein großes Problem dar. In einer Pilotstudie an rund 30.000 Abkalbungen auf einem einzigen Großbetrieb in den NBL) konnte gezeigt werden, dass sich die Ergebnisse der Schätzung genetischer Parameter extrem veränderten, sobald das Daten­material in beobachtete und unbeobachtete Geburten stratifiziert wurde. Die Erweiterung im Erfassungsschlüssel hinsichtlich des Beobachtungsstatus sollte gleichzeitig die akkurate Geschlechtsangabe von lebenden und toten Kälbern enthalten.
  • Es ist bekannt, dass Probleme beim Trockenstellen der Kühe vermehrte Gesundheits­probleme in der Folgelaktation nach sich ziehen und es ist angezeigt, diese Probleme einheitlich zu definieren und ihren Effekt in der Folgelaktation zu messen. Der hier erzielte Erkenntnisgewinn könnte in verbesserten Beratungsempfehlungen durch die LKV und Zuchtverbände genutzt werden. In jedem der genannten Bereiche erscheint es aussichtsreich, die verbesserte Dokumentation zu verifizieren und auf ihre Verwendung in der Zuchtwertschätzung hin anzupassen.

Anmerkungen

Das Verbundprojekt wird durch die Uni Halle (Frau Dr. Schafberg) koordiniert

Schlagworte

Gesundheit, Kalbung, Leistungsprüfung, Rind
Kontakt
Prof. Dr. Hermann H. Swalve

Prof. Dr. Hermann H. Swalve

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Naturwissenschaftliche Fakultät III

Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften

Theodor-Lieser-Str. 11

06120

Halle (Saale)

Tel.+49 345 5522320

Fax:+49 345 5527105

hermann.swalve(at)landw.uni-halle.de

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