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Untersuchungen zur prosodischen Strukturierung in russischen und deutschen Gesprächen

Projektbearbeiter:
Franziska Prokein
Finanzierung:
Land (Sachsen-Anhalt) ;
Im Rahmen eines Promotionsprojektes soll untersucht werden, wie russische und deutsche Gespräche mit Hilfe der Prosodie strukturiert werden. Der  Schwerpunkt der Betrachtung liegt auf dem Sprechrhythmus als Bestandteil der Prosodie. Es geht um die Frage, welche rhythmischen Strukturen in russischen und deutschen Gesprächen verwendet werden und welche Funktionen damit verbunden sind. Es wird davon ausgegangen, dass es in jeder Sprache spezifische rhythmische Muster gibt, die in einer konkreten Kommunikationssituation verwendet werden. Die Rhythmisierung ist unter anderem abhängig vom Grad der emotionalen Spannung, vom verwendeten Phonostil und der Textsorte. Das Korpus besteht aus elizitierten quasispontanen Gesprächen. Es sind Wegbeschreibungen, die an Hand eines Stadtplans durchgeführt werden. In der Untersuchung soll die rhythmische Struktur der Wegbeschreibungen im Vergleich Russisch Deutsch betrachtet werden. Im Fokus stehen die längeren Erklärpassagen innerhalb der Wegbeschreibungen, die bei geringem emotionalem Spannungsgrad in ruhiger neutraler Stimmungslage flüssig hervorgebracht werden und in denen eine kooperative Gesprächsatmosphäre vorherrscht. Die formalen perzeptiven Bewertungen beziehen sich auf folgende Punkte:
  • Gliederungseinschnitte und damit Gliederung in rhythmische Gruppen,
  • Phrasenakzente und die rhythmische Struktur der rhythmischen Gruppen (Silbenumfang, Akzentzahl und  -dichte, Akzentsilbenposition),
  • Melodisierung an ausgewählten Stellen.
Als Kontrollhörer sollen Experten und naive Muttersprachler eingesetzt werden. Zur Stützung und Kontrolle aller auditiven Bewertungen wird die phonetische Analyse mit Hilfe des computergestützten Messverfahrens Praat eingesetzt. Ziel ist es, die Basis des Unterrichts Deutsch als Fremdsprache für russische Muttersprachler zu ergänzen. Mit Erkenntnissen über eine systemhaft unterschiedliche Realisierung rhythmischer Strukturen im Russischen und Deutschen soll negativem Rhythmus-Transfer aus der Ausgangssprache begegnet werden. Interferenzen, die in der Zielsprache fremd wirken, könnten so vermieden bzw. reduziert werden.

Anmerkungen

Promotionsprojekt ist Bestandteil der Forschungen zur interkulturellen Kommunikation im Rahmen der Germanistischen Institutspartnerschaft zwischen dem Seminar für Sprechwissenschaft und Phonetik und dem Phonetischen Zentrum der Universität Woronesch.

Schlagworte

prosodische Strukturierung

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