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Synergistische Wirkungen zwischen bioaktiven Peptiden und Genistein auf die durch physiologische Agonisten induzierte Thrombozytenaggregation
Finanzierung:
Haushalt;
Wissenschaftlicher Hintergrund: Thrombozyten spielen bei der Entstehung und Progression der koronaren Herzerkrankung (KHK) eine entscheidende Rolle. Untersuchungen zur Modula¬tion der thrombozytären Funktion durch bioaktive Komponenten aus Soja fehlen al¬lerdings. Es sollte daher aufge¬klärt werden, ob Komponenten aus Soja über eine Hemmung der aktivierten Thrombozyten kardiopro¬tektiv wirken können. Ergebnisse: Zunächst wurden Di- und Tripeptide untersucht, deren intestinale Resorption wissenschaftlich gesichert war und die besonders häufig in den Sojaproteinen ß-Conglycinin und Glycinin vorkommen. Die Analysen wurden nachfolgend auf eine Vielzahl von anderen Aminosäuren und Peptiden erweitert. (i) Unabhängig vom Agonisten konnte keine der eingesetzten Aminosäuren und Peptide die Plättchenaggregation hemmen. (ii) Dagegen hemmte das Isoflavon Genistein als weiterer Inhaltsstoff der Sojabohne dosisabhängig die durch Kollagen, ADP, Adrenalin und Arachidonsäure induzierten Thrombozyten-Aggregationen. (iii) Untersuchungen zu potentiellen Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Peptiden bzw. Aminosäuren und dem Isoflavon Genistein belegten eine synergistische Wechselwirkung zwischen Glu-Glu (1 mM) und Genistein (250 µM) auf die Inhibition der durch Kollagen, ADP und Adrenalin induzierten Plättchenaggregationen. Weitere Synergismen wurden nur bei Induktion durch Adrenalin (Glu), ADP (Asp-Glu) bzw. Kollagen (Glu-Glu-Glu) beobachtet. (iv) Ein ausgeprägter synergistischer Effekt auf die Hemmung der Arachidonsäure-abhängigen Aggregation wurden einerseits zwischen Glu, Glu-Glu, Asp-Glu, Ser-Glu, Val-Asp, Asp-Asp, Glu-Glu-Glu und andererseits Genistein beobachtet. (v) Bei Patienten mit KHK bzw. Vorhofflimmern konnten synergistische Hemmungen zwischen Glu-Glu (1 mM) und Genistein (250 µM) in Bezug auf die durch Adrenalin und Arachidonsäure induzierten Aktivierungen der Plättchenaggregation beobachtet werden. Das Tripeptid Glu-Glu-Glu (1 mM) verstärkte synergistisch die durch 250 µM Genistein hervorgerufene Hemmung der durch Adrenalin induzierten Plättchenaktivierung. Schlussfolgerungen: (1) Die in vitro Untersuchungen an Thrombozyten zeigen, dass durch synergistische Wechselwirkungen vor allem zwischen sauren Di- bzw. Tripeptiden und dem Isoflavon Genistein eine deutliche Hemmung der durch verschiedene physiologische Agonisten induzierten Plättchenaggregation hervorgerufen wurde. (2) Diese Schlussfolgerungen gelten für Herzgesunde und - soweit es untersucht werden konnte - auch für Patienten mit KHK oder Vorhofflimmern. Sollten diese Substanzen auch in vivo wirksam sein, so könnten die Peptide ± Genistein als Nahrungssupplement(e) die Primärprävention Herzgesunder sowie die Sekundärprävention Herzkranker unterstützen.

Schlagworte

Primärprävention, Sekundärprävention, koronare Herzkrankheit
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