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Suche nach autoimmunen/neuroinflammatorischen Prozessen in Postmortem-Gehirnen von Patienten mit schizophrenen Psychosen (TP1 im Forschungsverbund N2)
Projektbearbeiter:
Ralf Brisch, Iris Bertram
Finanzierung:
Land (Sachsen-Anhalt) ;
Schizophrene Störungen umfassen eine klinisch inhomogene Krankheitsgruppe mit unbekannter Pathogenese. Im Vordergrund der Krankheitstheorien standen bislang Theorien über eine Über- oder Unterfunktion verschiedener Neurotransmitter (Dopamin, Glutamat, Serotonin, GABA).Das vorliegende Projekt widmet sich der Frage, ob autoimmunologische / neuroimflamatorische Hirngewebsveränderungen in bestimmten Hirnregionen als (Teil-) Ursache sowohl für die klinische Symptomatik wie auch für den Krankheitsverlauf in Frage kommen. Hinweise darauf ergeben sich aus Befunden von dysregulierten Zytokinnetzwerken und Autoantikörpern gegen Hirngewebe im Serum solcher Patienten sowie aus der formalen Ähnlichkeit schizophrener Verlaufsformen mit den Krankheitsverläufen von Autoimmunerkrankungen (z.B. rheumatische Erkrankungen, multiple Sklerose, Psoriasis), was ähnliche pathogenetische Mechanismen nahe legt, die nicht nur periphere Organe sondern in modifizierter Form auch das Gehirn Schizophrener betreffen können. Die Untersuchungen erfolgen an den Ganzhirnschnittserien der Magdeburger Hirnsammlung mittels hirnregional differenzierter Auswertungen immunhistochemischer Techniken.Wissenschaftliche und technische Ziele:Folgende Fragen sollen beantworten werden:1. Lassen sich im Hirngewebe akut erkrankter Schizophrener direkte Hinweise auf einen autoimmunen/neuroinflammatorischen Prozess finden? Sind dabei z.B. lymphocytäre Infiltrate oder eine Vermehrung bzw. Aktivierung der Mikroglia in Hirnregionen zu finden, die eine wichtige Rolle im Rahmen der derzeitigen Diskussion zur Pathophysiologie der Schizophrenie spielen ?2. Bestehen Hinweise auf abgelaufene, aber zum Todeszeitpunkt eventuell nicht mehr aktive entzündliche Prozesse bei Schizophrenen, die mit Hilfe immunhistochemisch detektierbarer Langzeit-Biomarker einer oxidativen Schädigung detektiert werden können?3. Treten im Verlauf der Schizophrenie erhebliche Schädigungen neuraler Strukturen auf, die zumindest zu einer initialen Aktivierung der Apoptose-Kaskade oder axonalen Schädigung führen?4. In welchen Zellformen kommt Olig1 und in welchen S100B-Protein zur Darstellung, das im Serum und Liquor Schizophrener in erhöhter Konzentration nachgewiesen wurde? Finden sich Hinweise auf gestörte Myelin-Reparaturmechanismen?5. Besteht in Analogie zu autoimmunologischen /inflammatorischen Erkrankungen eine vermehrte Expression der COX-2 bei Schizophrenen, die den positiven Effekt einer Neuroleptika-Kombinationstherapie mit COX-2-Inhibitoren erklären würde?

Schlagworte

Neuroinflammation, Post-Mortem, Schizophrenie
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