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Sprach- und Kommunikationsförderung im Kindergarten
Projektbearbeiter:
Dr. Stephanie Kurtenbach
Finanzierung:
Haushalt;
Gegenstand
Aufgrund der internationalen Leistungsvergleiche seit der ersten PISA-Studie im Jahr 2000 spielen Bildung und Förderung der Teilkompetenz Sprache in den Kitas eine besondere Rolle, und die Einrichtungen stehen unter großem Leistungsdruck. Sie sind angehalten, die frühpädagogischen Fachkräfte zu professionalisieren, damit diese zur Sprachbildung und -förderung befähigt werden. Der Dialog zwischen Erzieherinnen und Kindern sowie zwischen den Kindern untereinander gilt als Motor für den Spracherwerb. Erzieherinnen haben die Aufgabe, bedeutungsvolle Gesprächsanlässe zu schaffen, Gesprächssituationen zu moderieren, möglichst alle Kinder zu eigenen Äußerungen zu ermutigen und ihnen gemäß ihrem individuellen Entwicklungsstand Impulse und gegebenenfalls Hilfestellung zu geben. Gefordert ist dafür eine professionelle Gesprächskompetenz der frühpädagogischen Fachkräfte; dazu gehört die Fähigkeit, das kommunikationsförderliche Potenzial in alltäglichen Interaktionssituationen zu erkennen und auszuschöpfen.

Der Fokus der sprechwissenschaftlichen Forschungen und Praxisprojekte zur Kommunikation zwischen frühpädagogischen Fachkräften und Kindern in Kitas liegt auf der Analyse des Gesprächsverhaltens von Erzieherinnen und Kindern und auf der Stärkung der Sprachbildung und -förderung im Kita-Alltag. Es handelt sich um Forschungen, die mehrere innerfachliche Perspektiven miteinander verknüpfen: den analytischen Zugang der Gesprächsforschung mit sprach- und sprechtherapeutischer bzw. -beratender Expertise (Schwerpunkt auf kindlicher Sprachentwicklung) sowie mit Trainingserfahrungen (Schwerpunkt auf Erwachsenenbildung in Kitas). Der Forschungsertrag liegt in der passgenauen Anwendbarkeit für die Analyse authentischer Kommunikationsprozesse in Kitas sowie für die Sensibilisierung der Erzieherinnen für eigenes und kindliches Kommunikationsverhalten, außerdem für die sprachtherapeutische Befundung zu prüfen, insbesondere für die Diagnostik von kommunikativ-pragmatischen Störungen.
Darauf aufbauend werden Fortbildungskonzepte für Erzieherinnen entwickelt, erprobt und evaluiert. Ziel dieser Fortbildungen ist es, statt eines  intuitiven Problemempfindens ein analytisches Problembewusstsein auszubilden. Die Erzieherinnen lernen erfolgreiche wie problembehaftete Strukturen, Strategien und Verhaltensweisen und ggf. Alternativen kennen und probieren sie aus (z.T. mit Videodokumentation  im Tandem mit MA-Studierenden der Sprechwissenschaft). Solche Fortbildungen werden seit einigen Jahren mit großem Erfolg durchgeführt.

bisherige Ergebnisse
  • Videokorpora zum Kommunikationsalltag in Kitas (z.B. Bilderbuchbetrachtungen, Gesprächskreise, empraktische Kommunikation beim Frühstücken, Aufräumen, An-und Ausziehen)
  • Befunde zum Kommunikationsalltag in Kitas (Beobachtung und rekonstruktive Analyse authentischer Kommunikationsereignisse) Situationen mit besonderem Potenzial für Sprachbildung und Kommunikationsförderung
  • Ergebnisse aus Befragungen von frühpädagogischen Fachkräften zu ihren Kommunikationserfahrungen und -idealen
  • merkmalsbasierte, realitätsnahe Beobachtungsinstrumente aus der sprechwissenschaftlichen Rhetorik und der sprachtherapeutischen Diagnostik passgenaue Anwendbarkeit für die Analyse authentischer Kommunikationsprozesse in Kitas sowie für die Sensibilisierung der Erzieherinnen für eigenes und kindliches Kommunikationsverhalten
  • Anwendung dieser Kataloge für die sprachtherapeutische Befundung, insbesondere für die Diagnostik von kommunikativ-pragmatischen Störungen
  • wissenschaftlich fundierte Didaktisierungsvorschläge für die Sprach- und Kommunikationsförderung in Kitas

Vernetzung
Es besteht eine Vernetzung innerhalb der Universität Halle zwischen der Sprechwissenschaft (Philosophische Fakultät II, Dr. Kurtenbach / Prof. Bose), der Rehabilitationspädagogik (Philosophische Fakultät III, Prof. Schlenker-Schulte) und der Pädagogik (Philosophische Fakultät III, Prof. Rabe-Kleberg) zur Förderung früher kommunikativer Fähigkeiten in der Krippe; darüber hinaus mit der Abteilung Sprechwissenschaft an der Universität Marburg (Prof. Hannken-Illjes) zur Untersuchung der Argumentationskompetenz von Vorschulkindern. Außerdem gibt es langjährige Forschungs- und Arbeitskontakte zu zahlreichen Kindertagesstätten in Halle, insbesondere zum Eigenbetrieb Halle (Franziska Kreutzer).

Bose, I. / Kurtenbach, S. (2014): Sprachförderstrategien im Kita-Alltag - Analysen von Gesprächen zwischen Fachkräften und Kindern. In: Sprache professionell fördern: kompetent-vernetzt-innovativ. Tagungsband des 31. Bundeskongresses der  Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik (dgs). Hg.: Stefan Sallat, Marcus Spreer und Christian Glück. (=Sprachheilpädagogik aktuell). Idstein, 303-310.

Bose, I. / Kurtenbach, S. (2014): Stimmlich-artikulatorischer Ausdruck in der Kita: Erzieherinnen betrachten mit zwei- und vierjährigen Kindern ein Bilderbuch. In: Prosodie und Phonetik in der Interaktion - Prosody and phonetics in interaction Hg. D. Barth-Weingarten / B. Szczepek-Reed. Mannheim, 136-161. <http://verlag-gespraechsforschung.de/2014/barth.html>

Kurtenbach, S. / Bose, I. (Hg.)(2013): Gespräche zwischen Erzieherinnen und Kindern. Beobachtung, Analyse, Förderung. (= HSSP 47). Frankfurt / M. u.a.

Anmerkungen

Dieses Projekt wird geleitet von Dr. Stephanie Kurtenbach und Prof. Dr. Ines Bose.

Schlagworte

Erzieherinnen-Kind-Kommunikation, Gesprächsverhalten von Erzieherinnen, Sprechausdrucksmuster, kommunikationsfördernde Strategien
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