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Spektrale Analyse des menschlichen Stimmklangs
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Die Beschreibung der Qualität einer Sprechstimme erfolgt meist auf auditiver Grundlage in Form subjektiver Urteile. Perzeptive Hörerurteile (Gruppenurteile) sind stabil und zuverlässig. Daneben werden in der klinischen Praxis akustische Verfahren der Stimmbeschreibung immer bedeutsamer. Akustische Analysen und die mit ihrer Hilfe gewonnenen Daten können die Stimmbeurteilung durch das geübte Ohr erfahrener Hörer zwar nicht ersetzen, sie können aber wichtige Zusatzinformationen liefern, die geeignet sind, Ergebnisdokumentationen von Stimmtherapie durch "harte" akustische Daten zu stützen und sinnfällig zu machen. Physikalisch-akustische Stimmbeschreibungen sind darüber hinaus gut einsetzbar, um den Verlauf von Stimmentwicklungen (z.B. durch den Effekt einer Übungstherapie oder eines operativen Eingriffs an den Stimmlippen) für wissenschaftliche Untersuchungen übersichtlich und aussagekräftig zu dokumentieren und statistische Vergleiche zu erleichtern.
In der Literatur werden zahlreiche akustische Untersuchungsverfahren geschildert. Ein sehr zweckmäßiges Verfahren ist die Spektralanalyse des Schalls, bei der mit Hilfe der Fast-Fourier-Transformation der menschliche Stimmklang in seine Teilkomponenten zerlegt wird. Die spektrale Intensitätsverteilung gibt u.a. Auskunft über die Stimmgesundheit einer Person. Voraussetzung hierfür ist, die signifikanten Intensitätsunterschiede in charakteristischen Frequenzbereichen zwischen gesunden und in unterschiedlichem Grade gestörten Stimmen zu erfassen.
Ausgedehnte eigene Voruntersuchungen haben gezeigt, dass ein Vergleich der spektralen Energieverteilung in relativ eng umrissenen Frequenzgebieten (etwa der Intensitätsverteilungen innerhalb einzelner Frequenz-gruppen des menschlichen Gehörs) nicht sehr effektiv ist. Als sinnvoller hat es sich erwiesen, zunächst die Lage und Ausdehnung relativ breiter Frequenzfelder mit klaren Differenzen spektraler Energie zwischen gesunden und kranken Stimmen zu ermitteln und die Energie in diesen Frequenzgebieten in arbiträre Spektralparameter einfließen zu lassen.
Der Bestimmung solcher Parameter und der Überprüfung ihrer Kombinierbarkeit mit anderen akustischen Maßen - mit dem Ziel ihrer Integration in umfangreiche perzeptiv-akustische Testbatterien zur Stimmfunktionsbeschreibung - gilt nun die weitere Arbeit zu diesem Themenschwerpunkt. Die bisherigen Untersuchungsergebnisse stimmen optimistisch; sie haben zur Ermittlung von Spektralparametern geführt, die in Bezug auf ihre Anpassung an auditive Beurteilungen nahezu allen bisher bekannten akustischen Maßen (etwa Jitter, Shimmer) überlegen sind.

Schlagworte

Daten, akustisch
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