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Qualitätssicherung der Therapie von Stimmstörungen - auditive Stimmbeurteilung
Finanzierung:
Fördergeber - Sonstige;
Neben der Planung und Durchführung einer Stimmfunktionstherapie stellt die Dokumentation ihrer Ergebnisse einen wichtigen Abschnitt des therapeutischen Handelns dar. Aus mehreren Gründen gewinnt die Dokumentation von Therapieverläufen und -ergebnissen laufend an Bedeutung:
1. Ärzten und Therapeuten stehen viel häufiger als früher interessierte, informierte, mündige Patienten gegenüber, deren Haltung vielfach stark effektivitätsorientiert ist: Klare, belegbare Ergebnisse sollen in möglichst kurzer Zeit erreicht sein.
2. Die an einer Stimmtherapie Beteiligten (Ärzte, Therapeut(inn)en) müssen die Stimmveränderungen von Patienten (d.h. Therapieerfolge, Verschlechterungen) effektiv kommunizieren können. Das erfordert die Verwendung eines überschaubaren Beschreibungsinventars mit eindeutigen Termini sowie standardisierte Bewertungssysteme, die Bezüge zu den physiologischen Phonationsabläufen aufweisen (Beispiel: RBH-System: Korrespondenz von Rauigkeit zu Irregularitäten der Stimmlippenschwingung und Behauchtheit zu Schlussinsuffizienzen der Glottis).
3. Die Qualitätssicherung und -kontrolle durch die Therapeuten selbst spielt eine wachsende Rolle. Dies ist zu begrüßen; Kontrolle, Ergebnisvergleich und Kritik sind einer soliden, wissenschaftlich fundierten Therapiearbeit zuträglich. Diese wird allgemein wesentlich stärker als früher in den Mittelpunkt der Bemühungen gestellt. Unwissenschaftliche Methoden können durch kritische Überprüfung ad absurdum geführt werden.
4. Ein sinnvoller Einsatz der Mittel ist eine Forderung der Kostenträger. Da letztlich die Gemeinschaft der Versicherten die Aufwendungen für eine Stimmtherapie tragen muss, ist diese Forderung verständlich.
Eine transparente Durchführung und Ergebnisbegutachtung von Stimmtherapie setzt Beschreibungs- und Einschätzungsverfahren voraus, die valid, objektiv und in der klinischen Praxis relativ einfach anwendbar sind. Die auditiv-perzeptive Beurteilung ist das beste Mittel der Stimmklangbeschreibun g gestörter Stimmen. Das Verfahren der subjektiven Stimmbeurteilung wird in seiner Präzision bisher von keiner akustischen Methode erreicht. Auf diese Weise lassen sich die Art und der Grad einer pathologischen Stimmklangveränderung am sinnvollsten wiedergeben; die Heiserkeit als das Leitsymptom einer Stimmstörung ist aus diesem Grunde auch primär auditiv definiert.
Voraussetzung dafür sind Stimmbewertungen auf der Basis klar definierter Beurteilungssysteme. Der Weiterentwicklung solcher Systeme auf der Basis bereits vorhandener Modelle (RBH-System, GRBAS-Skala) sowie der Evaluation von Stimmstörungen und ihrer Therapie dient das Forschungsprojekt. Durch diese Arbeiten wird ein Beitrag zur Qualitätssicherung von Stimmtherapie geleistet.

Schlagworte

Dysphonie, GRBAS-Skala, Heiserkeit, Perzeption, RBH-System, Stimmbeurteilung, Stimme, Stimmstörung, Stimmtherapie
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