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Portfoliowahl und Anreizeffekte der Eigenkapitalregulieung nach Basel 2
Projektbearbeiter:
Eva Schliephake
Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ;
Im Rahmen des (bis 31.12.2012 laufenden) DFG-Projekts „Antikompetitive Wirkung der Eigenkapitalregulierung auf Banken im Bertrand-Wettbewerb“ untersuchen wir einen problematische Anreizeffekt von Basel 2: Angenommen, eine Bank kann zwischen zwei Typen von Anlagen (Investitionsprojekten, Kreditkunden) wählen –  einerseits risikoreiche und hochprofitable, andererseits risikoarme und weniger profitable – und diese Risiken sind nicht perfekt korreliert. Dann ergeben sich  die Kombinationen von erwartetem Portfolio-Ertrag und -Risiko durch eine „Markowitz-Kurve“. Deren Risikominimum kann (bei entsprechend niedrigem Korrelationskoeffizienten) kleiner sein als das Risiko der risikoarmen Anlagemöglichkeit: Die Beimischung von Hochrisikoinvestitionen kann also das Portfoliorisiko mindern. Wenn diese Bank einer Eigenkapitalregulierung gemäß Basel 2 unterliegt, dann muss sie für Niedrigrisikokunden eine geringe, für Hochrisikokunden eine hohe Quote der vergebenen Kreditsumme als Eigenkapital in ihre Bilanz einstellen (das vorgeschriebene Mindesteigenkapital  der Bank richtet sich also nach der Zusammensetzung des Kundenportfolios, nicht aber nach dem Portfolio-Risiko). Jede Beimischung von Hochrisikokunden erfordert dann mehr Eigenkapital als eine Konzentration auf Niedrigrisikokunden. Nehmen wir zudem an, dass Eigenkapitalaufnahme für die Bank teurer ist als die Finanzierung durch Einlagen, so steht die Bank vor einem Tradeoff zwischen Rendite-Erhöhung und Finanzierungskosten. Sehr hohe Eigenkapitalkosten könnten dann dazu führen, dass es sich für die Bank lohnt, ein Portfolio zu wählen, dessen Risiko nicht minimal ist. Eine Erhöhung ihres Portfoliorisikos durch Konzentration auf die Niedrigrisikokunden (unter Verzicht auf Beimischung von Hochrisikokunden) würde ja durch Ersparnis von Eigenkapitalkosen belohnt werden. Das Ziel der Basel-2-Regulierung, hohe Kreditrisiken mit angemessenem Eigenkapital zu unterlegen, könnte aufgrund dieser Anreizwirkung also verfehlt werden.
Ein erstes Paper Schliephake, E./Kirstein, R.: Strategic Effects of Regulatory Capital Requirements in Imperfect Banking Competition wurde in 2012 vom Journal of Money, Credit, and Banking zur Publikation anagenommen.

Schlagworte

Basel 2, Eigenkapitalregulierung, Marokwitz, Portfolio-Risiko

Publikationen

2010
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