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Performance-Messung und Entlohnung von Mitarbeitern auf Basis nicht verifizierbarer Beurteilungsgrößen
Projektleiter:
Finanzierung:
Haushalt;
Die Forschung zu Anreizen leistungsorientierter Vergütung im Rahmen der Prinzipal-Agenten-Theorie ist traditionell meist von einer Performance-Messung auf Basis von verifizierbaren Kennzahlen ausgegangen. Allerdings werden in der Unternehmenspraxis vermehrt auch Entlohnungsbestandteile von Kenngrößen abhängig gemacht, die nicht durch eine dritte Instanz wie etwa ein Gericht überprüft werden können und somit nicht kontrahierbar sind. Zunehmende Bedeutung erfahren solche Kennzahlen durch neuere Managementsysteme wie z.B. die Balanced Scorecard und auch durch die aus der Finanzkrise von 2008 resultierende Forderung nach Beurteilungsgrößen, die Anreize zur langfristigen Steigerung des Unternehmenswertes setzen. Zu den nicht verifizierbaren bzw. subjektiven Maßen gehören z.B. Kennzahlen zur Messung der Kunden- oder Mitarbeiterzufriedenheit, aber auch die von einem Vorgesetzten abgegebene Beurteilung der Leistung eines unterstellten Mitarbeiters zählt dazu. Vergütungs- oder Bonusvereinbarungen auf Grundlage von nicht kontrahierbaren Kenngrößen stellen unvollständige bzw. relationale Verträge dar. Sie implizieren typischerweise ein Moral Hazard-Problem auf Seiten des Prinzipals, denn dieser hat im Nachhinein den Anreiz, die im relationalen Vertrag vereinbarte Bonuszahlung zurückzuhalten, da der Agent sie nicht einzuklagen vermag. Ein wesentlicher Punkt bei der Analyse relationaler Verträge auf Basis subjektiver Maße ist deshalb die Anwendung eines geeigneten Mechanismus, der sicherstellt, dass der Vertrag nicht nachträglich durch den Prinzipal gebrochen wird. Dazu muss der Prinzipal entweder in der Lage sein, sich selbst perfekt (an die Einhaltung des Vertrages) zu binden (perfekte Selbstbindungskraft bzw. full commitment) oder aber die Erfüllung der Vereinbarung resultiert von selbst aus dem rationalen Verhalten der beteiligten Akteure (self-enforcing). Ziel des Projektes ist es, die bisherige Forschung zur Anreizgestaltung unter Verwendung nicht verifizierbarer Maße weiter auszubauen und dabei den Einsatz subjektiver Kenngrößen sowohl in Kombination mit kontrahierbaren Performancemaßen als auch unabhängig von diesen zu untersuchen. Dazu soll erst einmal grundsätzlich analysiert werden, unter welchen Bedingungen die Verwendung subjektiver Messgrößen in Anreizverträgen Vorteile im Sinne von Wohlfahrtsteigerungen für die Vertragsparteien ermöglicht. Im weiteren soll auch geprüft werden, ob die für verifizierbare Kenngrößen geltenden Ergebnisse der Prinzipal-Agenten-Theorie wie etwa das Informationsgehaltsprinzip oder die Resultate bezüglich der Gewichtung von Kennzahlen gleichermaßen für Verträge mit subjektiven Messgrößen zur Anwendung kommen oder welche anderen Gesetzmäßigkeiten hierbei gelten.

Schlagworte

Anreizverträge, Performancemaße, Prinzipal-Agenten-Theorie, nicht verifizierbare Kennzahlen, relationale Verträge
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