« Projekte
Sie verwenden einen sehr veralteten Browser und können Funktionen dieser Seite nur sehr eingeschränkt nutzen. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser. http://www.browser-update.org/de/update.html
Die Pädagogik der "Gülen-Bewegung" - Praktiken und Biographien junger Studierender im Kontext von "hizmet"
Projektleiter:
Projektbearbeiter:
Magnus Frank
Finanzierung:
Haushalt;
Mit der global verbreiteten sogenannten „Gülen-Bewegung“ (Agai, 2010) tritt auch in Deutschland zunehmend ein transnationales Bildungsnetzwerk um den türkisch-islamischen Prediger Fethullah Gülen in Erscheinung. Neben privatwirtschaftlichen Firmengründungen widmen sich dessen Akteure vor allem der Bildungsarbeit. In der deutschen Migrationsgesellschaft richten sie sich damit an die türkisch-muslimischen Bevölkerungsgruppen. Gesellschaftlichen Aufstieg durch Vermittlung von Bildung zu erreichen, wird nicht nur in den bewegungseigenen Publikationen (Zaman, Fontäne, etc.) als zentrales gesellschaftspolitisches Ziel formuliert, sondern ebenso auch als sozialreligiöse Verpflichtung des Islam im Sinne von hizmet (türk. Dienst am Menschen) interpretiert. Durch die Gründung allgemeinbildender Schulen in privater Trägerschaft sowie der bundesweiten Einrichtung nicht formeller religiöser Gesprächsgruppen (türk. sohbetler) wissen die Akteure ihrer Programmatik auch institutionell Nachdruck zu verleihen. Ihre Aktivitäten gelten im öffentlichen Diskurs als äußerst umstritten. Die von den Akteuren geübte Verschwiegenheit in Bezug auf die Zugehörigkeit ihrer Institutionen zum Bildungsnetzwerk Gülens nährt den Vorwurf der Intransparenz und Geheimhaltung.Wenn auch auf die bildungspolitische Bedeutung des Netzwerkes gelegentlich hingewiesen wird (Adick, 2012), fehlt doch bis auf wenige Ausnahmen (Boos-Nünning, 2011) eine systematische und empirische Forschung in der Erziehungswissenschaft. Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt zunächst das Ziel, das Bildungsnetzwerk und dessen Aktivitäten für erziehungswissenschaftlich relevante Fragestellungen zu explorieren. Auf der Grundlage von bereits laufenden ethnographischen Beobachtungen in den sohbetler und narrativ-biographischen Interviews mit den daran Teilnehmenden werden die Vermittlungspraxen des Bildungsnetzwerkes als immanente Pädagogik gelesen, deren individuelle bildungsbiographische Bedeutung in den geführten Interviews rekonstruiert. Daran sollen sich ethnographische Beobachtungen in den Schulen anschließen.

Schlagworte

Bildung, Islam, Migration
Kontakt

Dr. Thomas Geier

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Philosophische Fakultät III

Institut für Pädagogik

Franckeplatz 1

06110

Halle (Saale)

Tel.+49 345 5521703

thomas.geier(at)zsb.uni-halle.de