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Neue Angriffspunkte zur Behandlung entzündlicher Erkrankungen
Finanzierung:
BMWi/AIF;
Entzündliche Prozesse begleiten eine Vielzahl unterschiedlichster schwerer und weit verbreiteter Erkrankungen, wobei sie in der Regel die Symptome zumindest mit verursachen oder verstärken. Als Beispiele seien Arthritis, Arteriosklerose und Morbus Alzheimer genannt. Zu den Schlüsselregulatoren entzündlicher Reaktionen zählt die Familie der Chemokine , der etwa 50 unterschiedliche Proteine angehören. Diese können mit den weißen Blutkörperchen, den Leukozyten, agieren, die einen wesentlichen Bestandteil unseres Immunsystems darstellen. Chemokine können unterschiedliche Leukozyten anlocken und aktivieren.
Es mehren sich Befunde, die einen deutlichen Zusammenhang zwischen den Wirkungen der Chemokine und dem Entstehen von Krebserkrankungen belegen. Um jedoch die Aktivität der Chemokine beeinflussen zu können, ist es wichtig zu wissen, dass diese in ihrem Aufbau von Enzymen modifiziert werden können. Solche Modifikationen haben dann einen deutlichen Einfluss auf die Aktivität der Chemokine.
Der Fokus dieses Projektes liegt auf der Identifizierung Chemokin-modifizierender Enzyme als neue Drug Targets. Hierzu wird zunächst eine Auswahl von Chemokinen verschiedenen Analysen unterzogen. Als Quelle dienen dabei sowohl Zellkulturmodelle als auch Biopsieproben entzündeter Gewebe. Mit Hilfe immunologischer, chromatographischer und massenspektrometrischer Verfahren werden die in den Proben repräsentierten Formen der Chemokine isoliert und bestimmt. Die weitere Untersuchung konzentriert sich dann auf besonders gut detektierbare Kandidaten. Danach erfolgt unter Verwendung spezifischer Tests eine vergleichende Bestimmung ihrer Aktivitäten. Für Formen, welche unterschiedliche Konzentrationen und erhöhte Aktivitäten in den miteinander verglichenen Proben aufweisen, lassen sich mit Hilfe bioinformatischer und biochemischer Ansätze die entsprechenden modifizierenden Enzyme bestimmen und bestätigen. Diese stellen dann in erster Priorität Targets für die künftige Entwicklung vielversprechender Medikamente dar.
Die aus dem Projekt zu erwartenden Resultate dienen der Entwicklung neuer therapeutischer Strategien für die Therapie und Prophylaxe entzündlicher Erkrankungen und Krebs. Sie bilden zudem die Grundlage für die Etablierung von Assays (Tests) für das "Screening" (Durchmustern) von Wirkstoffbanken. Positive Kandidaten werden vom Industriepartner auf ihre potentielle Eignung für Medikamente getestet und gegebenenfalls als solche entwickelt.

Schlagworte

Chemokine, posttranslationale Modifikationen

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