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Modellprojekt zur Entwicklung eines webbasierten Informationssystems für naturnahe Begrünungsmaßnahmen
Finanzierung:
Land (Sachsen-Anhalt) ;
In Sachsen-Anhalt werden im Rahmen der Kompensation von Eingriffen in Natur und Landschaft und bei der Rekultivierung von Abbaugebieten jährlich große Flächen begrünt. Auf den meisten Flächen kommen dabei Regelsaatgutmischungen (RSM) zum Einsatz, die Zuchtsorten aus dem Intensiv-Rasenbereich und der Landwirtschaft sowie Arten gebietsfremder Herkunft enthalten. Dadurch wird eine Florenverfälschung gefördert und die floristische Identität der Naturräume gefährdet. Die Einbringung von Arten gebietsfremder Herkünfte kann durch negative Interaktionen mit noch vorhandenen gebietseigenen Provenienzen unerwünschte Folgen haben. Es besteht das reale Risiko einer Verdrängung lokaler Herkünfte durch gebietsfremde, invasive Provenienzen (Genotypen) oder einer unerwünschten Hybridisierung. In der Folge kann es zu einer Beeinträchtigung der inner- und zwischenartlichen Vielfalt von Pflanzen und Rückwirkungen auf die Tierwelt kommen. Deshalb wurde die Bewahrung der innerartlichen Vielfalt durch die Differenzierung in Unterarten, lokale Rassen und Sippen im EU-Recht verankert und über den § 41 im Bundesnaturschutzgesetz festgeschrieben. Aktuelle Forschungsergebnisse belegen zudem, dass viele krautige Arten Anpassungen an lokale Standortbedingungen zeigen. Bei Ausbringung von Arten gebietsfremder Herkunft können daher funktionale Fehlentwicklungen, z.B. durch Massenwüchsigkeiten oder mangelhafte Persistenzen und Resistenzen einiger Arten auftreten, die letztlich auch zu hohen Ausfallraten führen können. Auch Erfolgskontrollen von Kompensationsmaßnahmen, bei denen mit Regelsaatgutmischungen Magerrasen und Wiesen etabliert werden sollten, zeigen, dass die geplante ökologische Wirksamkeit nur unzureichend oder nicht erfüllt wird. Häufig wurden durch die Ausbildung von Gras-Dominanzbeständen weder die Entwicklungsziele artenreiche Magerrasen und Wiesen erreicht noch struktur- und blühreiche Lebensräume für Tagfalter, Heuschrecken oder samenfressende Vögel geschaffen. Daher wird seit längerem verschiedentlich der Einsatz von alternativen, mit gebietsheimischem Pflanzenmaterial arbeitenden Begrünungsverfahren gefordert. Doch obwohl Alternativen zu konventionellen Begrünungsverfahren wie Mahdgutübertragungen oder Heudruschverfahren bereits wissenschaftlich entwickelt und in Demonstrationsversuchen erfolgreich getestet wurden, darüber hinaus zunehmend von Seiten der Praxis nachgefragt werden, werden naturnahe Begrünungsmethoden aktuell zu wenig angewandt.
Übergeordnetes Ziel des Projektes ist der Aufbau eines webbasierten Informationssystems für naturnahe Begrünungsmethoden, welches eine zielgerichtete Recherche von potenziellen Spenderflächen ermöglicht (Spenderflächenkataster) und einen Überblick zu den wichtigsten umsetzungsrelevanten Fragen gibt (Internetseiten). Durch dieses Informationssystem sollen Grundlagen für eine verstärkte Anwendung alternativer Begrünungsverfahren bei der Etablierung von Grünland und Magerrasen in Sachsen-Anhalt geschaffen werden.

Schlagworte

Mahdgutübertragung, Mähgutauflagen, Spenderflächen, gebietseigene Herkünfte, naturnahe Begrünung, naturnahe Begrünungsmethoden
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