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Logen, Esoterik,
Projektbearbeiter:
Renko Geffarth
Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ;
Teilprojekt 5 im Rahmen der Forschergruppe "Die Aufklärung im Bezugsfeld neuzeitlicher Esoterik"Halle ist in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ein religionshistorischer Ort, der bestimmt ist von der Entwicklung aufgeklärter Theologie, der Neologie. Die Werke bedeutender Vertreters der halleschen Neologie stehen daher im Mittelpunkt des ideengeschichtlichen Teils der Studie. Zugleich organisieren sich in der freimaurerischen Szene der Stadt esoterische Bewegungen, die ein zweites religionshistorisches Aktionsfeld bilden. In der Realität religions- und gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen müssen sich diese neu entstehenden Konzepte auf je eigene Weise behaupten. Gegenstand des Forschungsprojekts ist daher die Erarbeitung der geistes- und machtpolitischen Kontexte, in deren Rahmen die religiösen Entwürfe zwischen Esoterik und Aufklärung um die Definitionshoheit im religionspolitischen Raum konkurrieren. Gesellschaftlicher Untersuchungsbezug ist die Szenerie der freimaurerischen Gründungen. In der Privatvereinigung der Logen organisieren sich auch Teile des gelehrten Milieus der Stadt, vor allem Studenten, zunehmend aber auch Professoren. Die Logen rekrutieren ihre Mitglieder schwerpunktmäßig aus der Juristischen Fakultät, aber auch aus der Medizin und den Magisterstudiengängen. Die Hintergründe für die unterschiedliche Repräsentanz der akademischen Bürgerschaft sind ebenso für eine Geschichte der Freimaurerei in Halle aus religionshistorischer Perspektive fruchtbar zu machen wie eine Analyse der systembezogenen Entwicklung der Logen: Welche Führungsfiguren kristallisieren sich heraus, welchen maurerischen Observanzen schließen sie sich an, und wie entwickeln sich deren religiöse Konzeptionen? Im Hinblick auf die hallesche Neologie ergänzt das hier vorgestellte geschichtswissenschaftliche Projekt die methodisch-textanalytische Perspektive durch die Untersuchung der gesellschaftsgeschichtlichen Bezüge. Die Auseinandersetzung um die theologische Definitionshoheit hat auch politische Implikationen, es ist also von Interesse, in welcher Weise politische bzw. öffentliche Institutionen preußischer Staat und hallesche Universität selbst auf diesem Felde aktiv sind oder auch von den Interessengruppen entsprechend instrumentalisiert werden. Ziel der Studie ist die Beschreibung Halles als Nukleus einer Entwicklung, die von der steten Konkurrenz der religiösen Entwürfe zwischen Aufklärung und Esoterik aus den beteiligten Milieus, ja einem Kampf um die Konstituierung 'wahrer Religion' geprägt ist.

Schlagworte

Esoterik
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