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Leibbezogene Seele? Dimensionen eines kaum noch fassbaren Begriffs
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Haushalt;
Man spricht von der Seele in lebensweltlichen und bildungssprachlichen, in literarischen, religiösen und ethischen Zusammenhängen. Gleichzeitig erscheint das Wort Seele nicht mehr rechenschaftsfähig, wenn es um die wissenschaftliche Beschreibung des Menschen geht. Wie kommt es geschichtlich dazu, dass die Rede von der Seele zunehmend aus der Wissenschaft ausscheidet und anscheinend stärker in nichtwissenschaftlichen Zusammenhängen erhalten bleibt? Drückt die Rede von der Seele vielleicht etwas aus, das sich dem wissenschaftlichen Zugang tendenziell entzieht? Steht die Rede von der Seele für die Selbstgegebenheit der Subjektivität, wie sie sich vorrangig in der Leiberfahrung und (allenfalls?) nachrangig in der Wissenschaftsreflexion ausdrückt? Kann die Seele als sprachliches Symbol für die umfassende Verdichtung subjektiver Erlebnisvollzüge in ihrem Leiberleben verstanden  werden? Und wenn es so sein sollte, wie verhält sich die Rede von der Seele zu dem Erlebnis unaufhebbarer Leiblichkeit des Menschen? Kann, darf oder muss dieses Verhältnis medizinisch, neurowissenschaftlich und erfahrungsbezogen erfasst werden? Kritisiert der Seelenbegriff infolge der Dialektik der Aufklärung eine lebensweltlich abständige Vergegenständlichung, wie sie in der Rede von der seelenlosen Technik oder dem seelenlosen Staat begegnet? Diesen Fragen widmete sich eine internationale und interdisziplinäre Tagung in Halle im Jahr 2013.

Schlagworte

Neurowissenschaft, Seele

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