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Konstanz und Varianz von Morningshow-Moderationen im gegenwärtigen Radio
Projektbearbeiter:
Clara Luise Finke
Finanzierung:
Stiftungen - Sonstige;
Radiomoderation stellt eines der konstitutiven Elemente in Hörfunksendungen dar. In Zeiten des medialen Umbruchs, des technischen Fortschrittes und einer großen Senderbandbreite sind die einzelnen Radiosender einer großen Programmkonkurrenz ausgesetzt. Sie müssen somit noch stärker als bisher ein spezielles Profil haben und eine konkrete Hörerzielgruppe ansprechen, um auf dem Markt bestehen zu können. Für die Verfertigung einer Senderidentität auf der einen und für die Hörerbindung auf der anderen Seite stellt das Programmelement Moderation einen zentralen Faktor dar. In der Dissertation Konstanz und Varianz von Morningshow-Moderationen soll eine Produktanalyse des Elements Moderation anhand authentischer Moderationsmitschnitte aus dem deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich und Schweiz) vorgenommen werden. Untersucht werden sowohl die konzeptionelle und strukturelle Gestaltung der Moderationen als auch die Präsentation, insbesondere die sprachliche und stimmlich-sprecherische Gestaltung der Moderationen. Dafür wird in der Dissertation zunächst ein Analyseinstrumentarium entwickelt. Ziel der Dissertation ist es, mit Hilfe des für die Analyse von Radiomoderationen entwickelten methodischen Vorgehens, eine rhetorische Beschreibung aktueller Radiomoderationen vorzunehmen. Die Ergebnisse der Dissertation sollen insofern für die Praxis aufbereitet werden, als dass aus den Analysen handlungsorientierte Schlussfolgerungen gezogen werden können, die unter anderem zur Optimierung der Moderatorenausbildung beitragen. Damit leistet die Dissertation nicht nur einen substanziellen Beitrag zur interdisziplinären Grundlagenforschung, sondern besitzt gleichzeitig Relevanz für die Arbeit von Radiopraktikern. Das Dissertationsvorhaben ist Bestandteil des interdisziplinären Forschungsprojektes Radioaesthetics - Radioidentities, welches das ästhetische Erscheinungsbild des Radios untersucht, das durch eine bestimmte Gestaltung verschiedener Elemente und deren Zusammenstellung entsteht. Innerhalb des Projektes werden vor allem bisher vernachlässigte charakteristische Elemente des Hörfunks untersucht - beispielsweise die sogenannten Verpackungselemente, die sprecherische Realisierung einzelner Sendeelemente, das Zusammenspiel der einzelnen Hörfunkelemente in Hinblick auf seine Auswirkungen auf den format- und senderspezifischen Sound sowie die Erwartungen an Radiomoderationen und die Bewertungen von Moderatorenstimmen aus der Rezipientensicht. Weitere Informationen zum Projekt:www.radioaesthetics.org.

Publikationen:

Finke, Clara Luise (in Vorb.): Haben Sie eigentlich heute an den Weltuntergangstag geglaubt? Radio-Moderationen im Sendervergleich. In: Hannken-Illjes, Kati / Gaus, Eva-Maria / Könitz, Friederike / Marx, Silke (Hg.): Stimme Medien Sprechkunst. (Jahrestagung der DGSS 2015.)
Bose, Ines / Finke, Clara Luise (2016): Radiostimmen. Zur stimmlichen Ästhetik in aktuellen Morning Shows. In: Voigt-Zimmermann, Susanne / Kurtenbach, Stephanie / Finkbeiner, Gabriele / Bergt, Anke / Mainka, Wanda (Hg.): Stimmstörungen ein Fokus der Klinischen Sprechwissenschaft. Berlin, S. 67-92.
Finke, Clara Luise (2015): ´KEIner (-) ↓DURFte (-) ´die HALle (-) mehr ver´LASsen ; Untersuchung zur sprecherischen Umsetzung von Berichten im Hörfunk. In: Bose, Ines (Hg.): Radio, Sprache, Klang. Peter Lang Verlag Frankfurt am Main, S. 129-150. (SPIEL. Neue Folge. Eine Zeitschrift zur Medienkultur.)
Finke, Clara Luise (2014): Das Hallesche Morningshow-Korpus. Einführung in das Korpus anhand einer aktuellen Untersuchung zu Morningshow-Moderationen im gegenwärtigen Radio. In: Ebel, Alexandra (Hg.):Aussprache und Sprechen im interkulturellen, medienvermittelten und pädagogischen Kontext. Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, S. 93-104. (Online unter: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:3:2-24373)
Finke, Clara Luise (2012): Vorüberlegungen zur Konstanz und Varianz von Morningshow-Moderationen im gegenwärtigen Radio. In: Rundfunk und Geschichte 1-2 / 2012, S. 90-91.

Schlagworte

Hörerzielgruppe, Moderationsstil, Radiomoderation, Rhetorik, Sprachstil, Sprechstil
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