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Kommunikation zwischen Hebammen und fremdsprachigen Frauen unter der Geburt –eine qualitative Studie zur Interaktion zwischen Hebammen und fremdsprachigen gebärenden Frauen.
Projektbearbeiter:
Evelin Stupka
Finanzierung:
Fördergeber - Sonstige;
Zielsetzung:  Kommunikation im Gebärsaal zwischen Hebammen und fremdsprachigen Frauen, ohne Möglichkeit, eine Dolmetscherin beizuziehen.
Hintergrund und Ziele: Kommunikation ist einer der Einflussfaktoren auf das Wohlbefinden von allophonen Frauen unter der Geburt. Kommunikation bedeutet Wertschätzung und bildet Vertrauen. Shared Decision Making (Partizipative Entscheidungsfindung) ist ohne Kommunikation nicht möglich, Selbst- und Mitbestimmung der Frauen nur schwer möglich. Ziele sind, eine realitätsnahe Theorie und ein Instrument zu entwickeln, um diese für die Praxis anwendbar zu machen und insofern die Theorie-Praxis-Schere zu mindern. In Zusammenarbeit mit Frauen aus verschiedenen Sprach- und Kulturkreisen wurde für die Hebammen ein Hilfsmittel für eine erleichterte Erst-Kommunikation mit den zur Geburt eintretenden fremdsprachigen Frauen geschaffen. Das durch ein partizipatives Verfahren entwickelte und in einem Pilottest überprüfte Kommunikationshilfsmittel beinhaltet 30 einfache Sätze, die zwar nur fragmentierte jedoch informative Kommunikation zwischen Hebammen und Frauen mit nicht deutscher Muttersprache  möglich machen. Die Validität des Hilfsmittels wird durch Hebammen geprüft (April-November 2011). Im Anschluss werden die Hebammen anhand von Interviews nach ihren Erfahrungen befragt.
Schlussfolgerungen: Das Ziel der Gesundheitsforschung für fremdsprachige Frauen soll nicht eine Anpassung an ihre Kultur sein, vielmehr sollten wir bestrebt sein, eine für Hebammen und gebärende fremdsprachige Frauen kommunikative Kompetenz zu schaffen, die in die professionelle Interaktion unter der Geburt mit einbezogen werden kann. Ein kultursensibler Ansatz ermöglicht uns Hebammen, das subjektive Erleben der Geburt von fremdsprachigen Frauen zu verstehen und die Geburtsbegleitung zu reflektieren. Dank der Mitarbeit der fremdsprachigen Frauen konnte ein Instrument erschaffen werden, das als Hilfsmittel zum Vertrauensaufbau für die Geburtsarbeit und zur vereinfachten Kommunikation unter der Geburt genutzt werden kann. Die Hebammen begrüssen die fremdsprachigen Frauen bei einer Aufnahme zur Geburt in deren vertrauten Sprache; dies erhöht die Compliance/Adherence und  eine wertschätzende und motivierende  Geburtsbegleitung kann beginnen. Eine Weiterentwicklung des Instrumentes zur Befragung post partum wird angestrebt.
Dass es eine Optimierung in der Kommunikation und der Betreuung unter der Geburt braucht, wurde mit der vorliegenden Arbeit aufgezeigt. In der Hebammenarbeit sind Kultursensibilität und –offenheit von hoher Relevanz. Wenn es gelingt, die vielen Ressourcen der fremdsprachigen Frauen in die qualitative und quantitative Forschung mit einzubeziehen, ist ein weiterer Schritt zur Qualitätssicherung der Hebammenarbeit geleistet.

Schlagworte

Geburt, Kommunikation, Piktogramme
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