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Internationalisierung von Bildungspolitik
Projektbearbeiter:
Carolin Balzer, Kathrin Leuze, Kerstin Martens, Alexander Nagel, Alessandra Rusconi
Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ;
Die Debatte über die PISA-Studie macht deutlich, daß internationale Organisationen und Diskurse zunehmend auch nationale Bildungssysteme beeinflussen. Eine Internationalisierung der Bildungspolitik würde eine mögliche Verlagerung von Staatlichkeit in der Interventionsdimension bedeuten.In diesem Projekt soll geklärt werden, ob und wie sich eine neue internationale Ebene der Bildungspolitik durchsetzt. Gleichzeitig soll beschrieben werden, welche internationalen bildungspolitischen Gemeinsamkeiten sich - trotz nationaler Pfadabhängigkeiten - herausbilden. Fokussiert wird auf Formen staatlicher Steuerung - der so verstandenen governance - von Bildungssystemen.In der ersten Phase werden zwei Arbeitsschritte durchgeführt. Zunächst wird in der qualitativen Analyse der Wandel der internationalen Bildungspolitik anhand der Organisationen OECD und EU mit Dokumentenanalysen und Experteninterviews untersucht. Die Forschungsfrage lautet hier: Entwickelt sich eine neue internationale Ebene von Bildungspolitik als Element wohlfahrtsstaatlicher Interventionspolitik hin zum sozialen Investitionsstaat? Zudem wird in quantitativen Analysen aller OECD-Länder der Umfang des internationalen Bildungsmarktes vermessen. Anhand der neuen OECD-Bildungsindikatoren sollen systematisch Zusammenhänge zwischen governance-Formen, Bildungsinputformen und Bildungsoutputs untersucht werden. Leitfrage der zunächst noch primär deskriptiven Analyse ist: Korrelieren output-Unterschiede mit governance-Formen und ihrer Änderung?In der ersten Förderungsphase wird geklärt, ob sich aus der Sicht internationaler Organisationen eine Internationalisierung von Bildungspolitik vollzieht.In der zweiten Phase hingegen wird anhand von Länderstudien und Netzwerkanalysen untersucht, ob aus Sicht der Länder eine Internationalisierung - trotz nationaler Pfadabhängigkeit - implementiert wird.In der dritten Phase wird geprüft, welche Auswirkungen governance-Formen und ihr Wandel für individuelle Kompetenzen und Lebensverläufe haben.

Anmerkungen

Das Projekt ist Teil des sozialwissenschaftlichen Sonderforschungsbereiches 597 "Staatlichkeit im Wandel". Mitprojektleiter ist Prof. Dr. Ansgar Weymann.

Schlagworte

Bildungsforschung, Internationalisierung, Sozialstrukturanalyse

Publikationen

2004
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2003
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Kontakt

weitere Projekte

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