« Projekte
Interesse und Desinteresse für Naturwissenschaften und Technik - Einflüsse und Impulse in Mädchenbiographien mit Beachtung von außerschulischen Lernorten
Projektbearbeiter:
Katja Labow
Finanzierung:
Haushalt;
Ausgehend von einem geringen Interesse von Mädchen und jungen Frauen für Naturwissenschaften und Technik sowie dem Nachwuchsdefizit in diesem Bereich werden vor dem Hintergrund von Sozialisations- und Gender-Theorien folgende Forschungsfragen bearbeitet:

1. Wie verlaufen (Des-) Interessenentwicklungen für Naturwissenschaften und Technik?
2. Wie fördern oder hemmen verschiedene Sozialisationsinstanzen und -kontexte die naturwissenschaftlich-technischen Interessenentwicklungen bei Mädchen?
3. Welche Rolle spielen außerschulische Lernorte in diesem Kontext?
4. Wie artikulieren sich naturwissenschaftlich-technische (Des-) Interessen in Bezug auf Beschäftigungsformen sowie die Studien- und Berufsorientierung?
5. Welche Rolle spielt die eigene Geschlechtsidentität bei der naturwissenschaftlich-technischen Interessenentwicklung sowie bei der Studien- und Berufsorientierung?

In einer qualitativ angelegten empirischen Studie werden themenzentrierte Leitfaden-Interviews mit Schülerinnen im Alter zwischen 15 und 17 Jahren durchgeführt, mit dem Ziel, die Prozesse der (Des-) Interessenentwicklungen, mit Beachtung von außerschulischen Lernorten (z.B. Museen und Science Center), im Verlauf der Biographie zu rekonstruieren. Die Auswertung dieser Interviews erfolgt in Anlehnung an die Dokumentarische Methode, da die Erfassung von impliziten Wissensbeständen im Mittelpunkt der Interpretation steht. Die bisherigen Untersuchungsergebnisse (12 Fallporträts) zeigen auf, dass individuelle Interessenentwicklungen durch vielfältige Impulse und Einflüsse geprägt werden. Neben der Förderung durch verschiedene Sozialisationsinstanzen und -kontexte (z.B. positive Rollenvorbilder im sozialen Umfeld und alltagsorientierter Schulunterricht) scheinen außerschulische Lernorte nur dann das Potenzial zu besitzen, positive Schlüsselerlebnisse zu generieren und Interessen zu fördern, sofern diese mehrmalig besucht und mit anderen Sozialisationsinstanzen und -kontexten positiv verknüpft werden können. Besonders bedeutsam für die Interessenentwicklung sind die naturwissenschaftlich-technische Affinität der Väter sowie die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschlechtsidentität und dem individuellen Rollenverständnis, da das 'klassische' Bild von Naturwissenschaften und Technik (immer noch) vorrangig männlich geprägt ist. Ziel dieser Forschungsarbeit ist die Entwicklung eines theoretischen Modells zur Erklärung von naturwissenschaftlich-technischen Interessenentwicklungen im Kontext von Sozialisations- und Gender-Theorien.

Schlagworte

Gender, Interessenförderung, Naturwissenschaften, Sozialisation, Studien- und Berufsorientierung, Technik, außerschulische Lernorte
Kontakt

weitere Projekte

Die Daten werden geladen ...