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Interesse und Desinteresse für Naturwissenschaften und Technik - Einflüsse und Impulse in Mädchenbiographien mit Beachtung von außerschulischen Lernorten
Projektbearbeiter:
Katja Labow
Finanzierung:
Haushalt;
Ausgehend von einem geringen Interesse von Mädchen und jungen Frauen für Naturwissenschaften und Technik (bei vergleichbaren Kompetenzen) sowie einem Nachwuchsdefizit in diesem Bereich werden vor dem Hintergrund von Sozialisations-, Bildungs-, Biographie- und Gender-Theorien folgende Forschungsfragen bearbeitet:
  1. Wie verlaufen (Des-) Interessenentwicklungen für Naturwissenschaften und Technik?
  2. Wie fördern oder hemmen verschiedene Sozialisationsinstanzen und -kontexte die naturwissenschaftlich-technischen Interessenentwicklungen bei Mädchen?
  3. Welche Rolle spielen außerschulische Lernorte in diesem Kontext?
  4. Welche Rolle spielt die eigene Geschlechtsidentität bei der naturwissenschaftlich-technischen Interessenentwicklung sowie bei der Studien- und Berufsorientierung?

In einer qualitativ angelegten empirischen Studie werden themenzentrierte Leitfaden-Interviews mit Schülerinnen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren durchgeführt, mit dem Ziel, die Prozesse der (Des-) Interessenentwicklungen, mit Beachtung von außerschulischen Lernorten (z. B. Museen und Science Center), im Verlauf der Biographie zu rekonstruieren. Die Auswertung dieser Interviews erfolgt in Anlehnung an die Narrationsanalyse (nach Schütze) und die Dokumentarische Methode (nach Nohl). Dabei stehen die impliziten Wissensbestände der Informantinnen und die damit verbundenen Erkenntnisse zur Individualität und Kollektivität im Zusammenspiel mit gesellschaftlichen Strukturen im Mittelpunkt der Interpretation. Die bisherigen Untersuchungsergebnisse (14 Fallporträts) zeigen, dass individuelle Interessenentwicklungen durch vielfältige Impulse und Einflüsse geprägt werden. Besonders bedeutsam sind die naturwissenschaftlich-technische Affinität der Väter und die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschlechtsidentität sowie dem individuellen Rollenverständnis. Außerschulische Lernorte, denen z.T. das Potenzial zugeschrieben wird, positive Schlüsselerlebnisse zu generieren bzw. Interessen zu fördern, spielen nur eine sehr marginale Rolle.

Schlagworte

Gender, Interessenförderung, Naturwissenschaften, Sozialisation, Studien- und Berufsorientierung, Technik, außerschulische Lernorte
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