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Interaktive Datenbank indischer Schriften auf der Basis von epigraphischem und handschriftlichem Material (Fortsetzung)
Projektbearbeiter:
Dr. phil. Katrin Einicke, M.A.
Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ;
Erstellung einer Datenbank, in der zur interaktiven Benutzung exemplarische Schriftsätze von indischen Dokumenten aller Jahrtausende seit der nachhaltigen Einführung von Schrift durch Kaiser Asoka (3. Jh. v. Chr.) gespeichert werden.
Eine Verschriftlichung von Texten wurde vor Asokas Zeiten generell mißbilligt, wenngleich aramäische und griechische Schriftformen im nordwestindischen Kulturraum durchaus bekannt waren. "Text" galt als eine planvolle Aneinanderreihung von sinntragenden Sprachlauten in vernehmbarer Artikulation: "Kehlenschmuck" und "Hörgenuß" zugleich. Als überlieferungswert Erachtetes wurde nach raffinierten Methoden memoriert und ausschließlich oral tradiert. Diese Tradierungsweise, die auch einer kontrollierbaren Weitergabe diente, erfolgte mit solcher Präzision, daß man mit Hinblick auf derlei Texte heute von "tape recordings" spricht, die bis in das 2. Jahrtausend v. Chr. zurückgehen.
Nach dem frühen Aussterben einer linksläufigen Schriftform (Kharosthi) trat die rechtsläufige Brahmi-Schrift Asokas nun der herkömmlichen mündlichen Überlieferung zur Seite. Erst für die Wiedergabe mittelindischer Sprachen gedacht, entwickelte sie sich wenige Jahrhunderte später, nach erfolgreicher Anpassung an den erweiterten Lautbestand des Sanskrit, in vielfältiger Weise der Form nach. Die zahlreichen innerindischen Differenzierungen sowie die von Zentral- bis Südostasien erstreckten, mannigfachen Adaptierungen legen beredtes Zeugnis ab von dem gut durchdachtenPrinzip dieser Schriftschöpfung, das sich auf viele andersgeartete Sprachen der von Indien kulturell beeinflußten Regionen als gleichermaßen anwendbar erwies.

Schlagworte

Datenbank, Indologie, Schrift, Schriftschöpfung
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