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Hüllproteine humaner endogener Retroviren (HERV) und Autoimmunität.
Projektbearbeiter:
Malte E. Kornhuber, Alexander Emmer, Martin S. Staege
Finanzierung:
Haushalt;
Autoimmunität wird bislang überwiegend über sog. molekulare Mimikry erklärt. Dabei soll sich die durch Infekterreger hervorgerufene Immunreaktion gegen körpereigene Antigene richten. Trotz der Einfachheit und der Popularität dieser Hypothese gibt es nur wenige Hinweise dafür, dass molekulare Mimikry bei Autoimmunkrankheiten tatsächlich eine Rolle spielt. So kommen z.B. bei der Multiplen Sklerose Lymphozyten, die Myelinautoantigene spezifisch erkennen nicht häufiger vor als bei gesunden Probanden. Als alternatives Erklärungsmodell für die Entstehung von Autoimmunität bieten sich humane endogene Retroviren (HERV) an. HERV kodieren über env-Segmente für Hüllproteine. Solche Hüllproteine können stark immunstimulierende Wirkung entfalten. In diesem Kontext wird von sog. Superantigenen gesprochen. In den letzten Jahren konnten wir zeigen, dass Superantigene in verschiedenen Organen eine Entzündung auslösen können, die den entsprechenden Autoimmunkrankheiten im jeweiligen Organ stark ähnelt, also etwa der Multiplen Sklerose (Gehirn), der Polymyositis (Skelettmuskel) oder der rheumatoiden Arthritis (Gelenk). An Stelle der noch nicht verfügbaren HERV-Hüllproteine wurden dabei kommerziell verfügbare bakterielle Superantigene eingesetzt. Die von uns entwickelte HERV/Superantigenhypothese zur Autoimmunität bietet eine gute Erklärung der Entzündungsvorgänge bei Autoimmunkrankheiten. Allerdings hat dieses Modell einen weiteren wesentlichen Vorzug: Es ist in der Lage, zum Verständnis der degenerativen Aspekte bei Autoimmunkrankheiten beizutragen. Gleichzeitig ergibt sich zwanglos, dass Immuntheraputika kaum Einfluss auf die degenerativen Anteile ausüben. In den kommenden Jahren sollen im Rahmen einer Kooperation mit Herrn Dr. Holger Cynis von der Projektgruppe für molekulare Wirkstoffforschung am Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie Hüllproteine derjenigen HERV, die mit humanen Autoimmunkrankheiten wie Multipler Sklerose oder rheumatoider Arthritis in Verbindung gebracht werden, gentechnisch hergestellt werden. Mit diesen Hüllproteinen soll zunächst deren superantigene und organspezifische entzündungsauslösende Wirkung überprüft werden. In einem anschließenden Schritt soll getestet werden, ob sich eine gegen die Superantigene gerichtete Therapie etablieren lässt.

Schlagworte

Multiple Sklerose, autoimmune Myositis, rheumatoide Arthritis.

Publikationen

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