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Gründe geben im Vorschulalter: Kommunikative Praktiken zur Etablierung von Geltung in der Kind-Kind-Kommunikation
Finanzierung:
Haushalt;
Anhand von natürlicher Kind-Kind-Kommunikation werden argumentative Verfahren untersucht, die nicht der Dissensbearbeitung dienen, sondern der Etablierung von Geltung und Wissen. Grundannahme ist, dass Vorschulkinder Begründungshandeln / Argumentation häufig kooperativ-kollaborativ nutzen, um zu verhandeln, was gilt, und dass sie das nicht nur auf sprachlicher, sondern auch stimmlich-artikulatorischer und körperlicher Ebene tun. Das Vorhaben zielt damit auf die multimodale Analyse von kindlichem Begründungshandeln als Praxis zur Wissensgenerierung. Gegenstand des Forschungsprojekts ist die Beschreibung und Analyse von Verfahren zur Etablierung von Geltung in spielbezogener Kommunikation von Vorschulkindern (3-7 Jahre) im Rahmen einer Longitudinalstudie. Datenbasis sind zwei Langzeitkorpora zu spielbezogener Kommunikation von Vorschulkindern zu Hause und in der Kita (Gesamtumfang etwa 100 h).

Konzeptionell werden interaktionslinguistische, ausdruckspsychologische und rhetorische Konzepte integriert. Der Arbeitsschwerpunkt in Halle liegt auf stimmlich-artikulatorischen und körperlichen Ausdrucksformen. Das Vorhaben ist zum einen in den Bereich der Grundlagenforschung einzuordnen, da für einen bisher nicht erfassten Bereich die sprachlich-kommunikative Praxis umfassend multimodal beschrieben und analysiert werden. Leitend ist ein Forschungsinteresse zur Ontogenese argumentativer Fähigkeiten sowie zur Protorhetorik, die gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen und stärken können. Die Ergebnisse können darüber Aufschluss geben, wie Kinder untereinander kooperativ-konsensuell aushandeln, was Geltung hat, damit als geteiltes Wissen gelten und so als Ressource innerhalb von Dissens-orientierten Argumentationen dienen kann. Zum anderen haben die Ergebnisse einen Anwendungsbezug für die Bereiche Sprachstanderhebung und Sprachförderung und können zu einer differenzierteren Diagnostik speziell für den Bereich der diskursiv-pragmatischen Fähigkeiten von 3-7Jährigen beitragen.

Forschungsfragen


  • Wie etablieren Vorschulkinder in der Kommunikation untereinander Geltung durch Begründungshandeln, um die Basis für Kooperation zu schaffen?
  • Welchen Status und welche Funktion haben stimmlich-artikulatorischer und körperlicher Ausdruck innerhalb dieser Verfahren?
  • In welchem Verhältnis stehen stimmlich-artikulatorischer und körperlicher Ausdruck zu ersten Formen der Argumentation?
  • Lassen sich Entwicklungen in der Fähigkeit zur Geltungsetablierung mittels Argumentation aufzeigen?
  • Einzelantrag bei der DFG (zwei Standorte) eingereicht im März 2016 - Kooperation mit Prof. Dr. Kati Hannken-Illjes (Marburg)
  • Anmerkungen

    Einzelantrag bei der DFG (mit zwei Standorten) eingereicht im März 2016 - Kooperation mit Prof. Dr. Kati Hannken-Illjes (Marburg)

    Schlagworte

    Kind-Kind-Kommunikation, Protorhetorik, kindliche Argumentation

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