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Großflächige Grünlandrenaturierung: Nutzung sog. Etablierungsfenster und hochdiverser Samenmischungen durch Know-How-Transfer und die Bereitstellung regionaler Samenmischungen in Ungarn
Projektbearbeiter:
Anita Kirmer
Finanzierung:
Deutsche Bundesstiftung Umwelt ;
Großflächige Grünlandrenaturierung: Nutzung sog. Etablierungsfenster und hochdiverser Samenmischungen durch Know-How-Transfer und die Bereitstellung regionaler Samenmischungen in Ungarn
Besuch der Vermehrungsflächen von Matthias Stolle (saale-saaten, Halle) mit den ungarischen Projektpartnern im Mai 2014
In Zusammenarbeit ungarischer und deutscher Akteursgruppen soll ein innovatives zweiphasiges Konzept zur kosteneffizienten Etablierung von artenreichem Grünland (Festucion pseudovinae Soo 1933, Festucion rupicolae Pop 1968) auf ehemaligen Ackerflächen im Hortobágy National Park entwickelt werden. Zwischen 2005 und 2008 wurden 760 ha ehemaliges Ackerland mit lediglich drei regionalen Grasarten angesät, da zu diesem Zeitpunkt noch kein regionales Saatgut anderer Arten zur Verfügung stand. Aufgrund von fehlenden Diasporenquellen im Gebiet konnte keine Einwanderung krautiger Zielarten beobachtet werden. Deshalb ist es notwendig, in einem zweiten Schritt Zielarten aktiv über Einsaat einzubringen. Bevor eine großflächige Umsetzung dieser Methode erfolgt, sollen in diesem Projekt unterschiedlich große Etablierungsfenster mit und ohne Bodenstörung getestet werden. Da das Gebiet regelmäßig beweidet wird, sollen durch Auszäunungen eines Teils der Etablierungsfenster Grundlagen geschaffen werden, um den Einfluss der Beweidung auf die Etablierungsrate und die Samenproduktion der ausgesäten Zielarten zu quantifizieren. Um einen maximalen Renaturierungserfolg zu erzielen und die vorhandenen finanziellen Ressourcen optimal zu nutzen, sind Studien über Größe und Dichte der Etablierungsfenster für die Renaturierungspraxis von großer Bedeutung. Bisher gibt es dazu keine Untersuchungen auf Landschaftsebene. Zusätzlich ist die Fragestellung, ob auf trockenen Alkali- und Lößstandorten aufgrund der lückigen Bestandsstruktur eine Bodenstörung notwendig ist sowie der Einfluss der Beweidung auf Etablierungserfolg, Samenproduktion und Ausbreitung der eingesäten Arten von großer wissenschaftlicher und praktischer Relevanz. Nach der Testphase soll das Konzept auf Landschaftsebene umgesetzt werden und auch bei der Renaturierung weiterer Flächen im Hortobágy Nationalpark zum Einsatz kommen. Generell ist das Konzept auch auf weitere Vegetationstypen mit edaphisch oder klimatisch bedingtem Trockenstress innerhalb und außerhalb Ungarns übertragbar. Da im Modellgebiet, der überregional für den Naturschutzschutz bedeutsamen Hortobágy Puszta, nur noch Reste der ehemals großflächig vorhandenen, artenreichen Pflanzenbestände existieren, ist ein Artentransfer über samenreiches Mahdgut nicht realisierbar. Um ausreichend regionales Samenmaterial von krautigen Zielarten in der Region auch langfristig verfügbar zu machen, soll durch das Projekt im Hortobágy National Park eine regionale Samenvermehrung für ausgewählte krautige Zielarten aufgebaut werden. Die Einrichtung eines Spenderflächenkatasters des Nationalparks soll dabei helfen, die verbleibenden artenreichen Flächen zu identifizieren und damit auch sicher zu stellen, dass sie in einem guten Erhaltungszustand bleiben und auch als Spenderflächen für Basissaatgut in der regionalen Samenvermehrung genutzt werden können.

Anmerkungen

Vorfristiger Maßnahmenbeginn am 15.9.2013; tatsächlicher Projektbeginn 1.3.2014

Schlagworte

Etablierungsfenster, Grünland, Hortobagý Nationalpark, Renaturierung, Saatgutvermehrung, Ungarn, Wildpflanzenherkünfte

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