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Gottes schwache Macht: Alternativen zur Rede von Gottes Allmacht und Ohnmacht
Finanzierung:
Volkswagen Stiftung ;
Das Projekt beinhaltet die Planung und Durchführung eines Workshops für NachwuchswissenschaftlerInnen und die Publikation der Beiträge der Teilnehmenden.
Aktueller Anlass des Workshops ist die von den Philosophen Gianni Vattimo, John Caputo und Slavoj Zizek im Anschluss an eine Interpretation der paulinischen Theologie entfaltete These, in der Rede vom Kreuzestod Christi sei das Paradigma für ein neues Denken Gottes zu finden. Der Kreuzestod stehe für ein Verständnis von Gottes 'Gottsein', welches der post-metaphysischen Epoche der Gegenwart mit ihrer säkularen, atheistischen und radikalen Grundhaltung zutiefst verwandt sei. Die paulinische Deutung des Todes Christi sei in diesem Zusammenhang als eine Absage an das sogenannte onto-theologische Gottesbild und als das Ende aller als 'metaphysisch' einzustufenden Versuche einer Letztbegründung oder ontologischen Fundierung der Wirklichkeit zu verstehen. Insbesondere die von Paulus verwendete Metapher der Schwachheit Gottes (1Kor 1,25) impliziere eine Absage an theologische und philosophische Souveränitätsvorstellungen und repräsentiere eine Geste der 'Entleerung', 'Entäußerung', 'Negativierung' und 'Dekonstruktion' absoluter Macht.
Die jeweils unterschiedlich motivierten Überlegungen der Philosophen Vattimo, Caputo und Zizek berühren sich mit den Gedanken zur Abwesenheit Gottes bzw. einem 'Gott ohne Souveränität' bei Jacques Derrida, Jean-Luc Nancy und Emmanuel Levinas, aber auch mit der Deutung von Gott als Ereignis der Gabe bei Jean-Luc Marion und der Ablösung des Monotheismus durch eine trinitarische Ökonomie der Macht bei Giorgio Agamben. Der philosophische Diskurs über eine Schwächung von Gottes Macht ist demnach vielstimmig und heterogen angeordnet. Auf dem Workshop soll er nicht nur strukturiert untersucht, sondern vor allem theologisch befragt und fruchtbar gemacht werden. Dazu ist zu klären, inwiefern die Vorschläge zur Deutung der Macht Gottes als 'schwach', 'leer', 'abwesend' usw. im Rahmen der theologischen Gottesrede positiv aufgenommen werden können oder aber kritisch zurückgewiesen werden müssen. Um diese Frage einer konkreten Beantwortung zuzuführen, schlagen wir vor, das Konzept einer schwachen Macht Gottes auf die theologische Kritik an der Allmacht Gottes im 20. Jahrhundert zu beziehen und es als eine neue Form der Rede von Gottes Macht jenseits der polaren Gegenüberstellung von Allmacht und Ohnmacht zu deuten.

Schlagworte

Allmacht, Gotteslehre, Ohnmacht, Politische Theologie, Souveränität

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