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Frühpädagogische Professionalisierung in Genderperspektive (ProPos)
Finanzierung:
Bund;
In Fortsetzung der früheren Arbeiten zur elementarpädagogischen Ausbildung wird das Projekt im Rahmen des BMBF-Programms Frauen an die Spitze 2011-2014 realisiert und unter den Förderkennzeichen 01FP1137 und 01FP1138 gefördert. In ihm werden in genderbezogener Perspektive die Prozesse der Professionalisierung in der Frühpädagogik unter Einbeziehung aller Ausbildungsstufen untersucht und ins Verhältnis zu ersten Wirkungen der Professionalisierungsentwicklungen im Berufsfeld gesetzt. Der aktuell sich vollziehende Professionalisierungsprozess in der Frühpädagogik ist durch die Erzeugung und Verstärkung von Mehrstufigkeit der Qualifikationen von der Fachschule bis zum universitären Master gekennzeichnet. Mittel- und ggf. langfristig ist von einer Teilakademisierung des Berufsfeldes auszugehen. Neben und mit der Qualitätssteigerung ist deren zentrales Motiv, Höherwertigkeit des Erzieher/innen-Berufs zu erzeugen. Damit soll einerseits das Berufsfeld für Männer attraktiviert werden. Andererseits soll die Professionalisierung den in diesem Feld quantitativ überwiegend tätigen Frauen Karrierechancen eröffnen. Hier liegt ein Zielkonflikt nahe: Höherwertige Ausbildungen, gesteigertes Sozialprestige und die damit entstehenden beruflichen Chancen werden tendenziell eher von Männern als von Frauen in die Wahrnehmung von Karriereoptionen umgemünzt. Ohne aktive Gegensteuerung muss erwartet werden, dass die Teilakademisierung der Frühpädagogik eine nachholende geschlechtsspezifische Hierarchiedifferenzierung bewirkt: Durch das Wirksamwerden geschlechtsspezifischer Schließungsmechanismen besetzten Männer überproportional die Führungspositionen; die gestufte Teilakademisierung würde zu einer geschlechtsspezifisch gestuften Professionalisierung im Berufsfeld führen. Statt dessen steht eine spannungsreiche Herausforderung: Aus pädagogischen wie gleichstellungspolitischen Gründen müssen ebenso Männer für das Berufsfeld unterhalb der Leitungsebenen gewonnen werden, wie dies nicht zu Lasten der Aufstiegschancen für Frauen gehen darf.

Schlagworte

Frühpädagogik, Gender, Professionalisierung, Qualifikationen
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