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"Dysphonia Severity Index" und "Voice Handicap Index" als semi-objektive und subjektive Dokumentationsmittel für Stimmstörungen
Projektbearbeiter:
L. Ch. Anders, R. Evans, T. Nawka, U. Gonnermann
Finanzierung:
Fördergeber - Sonstige;
Die Dokumentation von Therapieverläufen und ergebnissen gewinnt in der Stimmfunktionstherapie laufend an Bedeutung:
1. Ärzten und Therapeuten stehen häufiger als früher interessierte und informierte Patienten gegenüber, deren Haltung vielfach stark effektivitätsorientiert ist: Klare, belegbare Ergebnisse sollen in möglichst kurzer Zeit erreicht sein.
2. Die an einer Stimmtherapie Beteiligten (Ärzte, Therapeut(inn)en) müssen die Stimmveränderungen von Patienten (d.h. Therapieerfolge, Verschlechterungen) effektiv kommunizieren können. Das erfordert die Verwendung eines überschaubaren Beschreibungsinventars mit eindeutigen Termini sowie standardisierte Bewertungssysteme, die Bezüge zu den physiologischen Phonationsabläufen aufweisen (Beispiel: GRBAS-, RBAD-, RBH-System).
3. Die Qualitätssicherung und -kontrolle durch die Therapeuten selbst spielt eine wachsende Rolle. Kontrolle, Ergebnisvergleich und Kritik sind einer soliden, wissenschaftlich fundierten Therapiearbeit zuträglich. Diese wird in den Mittelpunkt der Bemühungen gestellt; unwissenschaftliche Methoden können ad absurdum geführt werden.
4. Ein sinnvoller Einsatz der Mittel ist eine Forderung der Kostenträger. Da die Gemeinschaft der Versicherten die Aufwendungen für eine Stimmtherapie tragen muss, ist die Forderung zu unterstützen.
Eine transparente Durchführung und Ergebnisbegutachtung von Stimmtherapie setzt Beschreibungs- und Einschätzungsverfahren voraus, die valid, objektiv und in der klinischen Praxis relativ einfach anwendbar sind. Die auditiv-perzeptive Beurteilung ist das präziseste Mittel der Klangbeschreibung gestörter Stimmen. Auf diese Weise lassen sich die Art und der Grad einer pathologischen Stimmklangveränderung am sinnvollsten wiedergeben.
Voraussetzung dafür sind Stimmbewertungen auf der Basis definierter Beurteilungssysteme. Der Weiterentwicklung solcher Systeme auf der Basis bereits vorhandener Modelle (RBH-System, GRBAS-Skala) sowie der Evaluation von Stimmstörungen und ihrer Therapie dient das Forschungsprojekt.
Eine sinnvolle Ergänzung auditiver Befunde und gleichzeitig eine Erweiterung ist die Abschätzung des Schweregrades der Störung mit Hilfe des "Dysphonie-Schweregrad-Index" (DSI). Sein Einsatz eröffnet neue diagnostische Möglichkeiten und eine verbesserte Befunddokumentation. Durch diese Arbeiten wird ein Beitrag zur Qualitätssicherung von Stimmtherapie geleistet.

Schlagworte

DSI, Dysphonie, GRBAS-Skala, Heiserkeit, Perzeption, RBH-System, Stimmbeurteilung, Stimme, Stimmstörung, Stimmtherapie

Publikationen

2007
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