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Dünen, Heiden, Trockenrasen...neue Vegetationsbilder für städtische Freiflächen - Standortangepasste Freiflächenentwicklung am Modellbeispiel der Stadt Dessau-Roßlau
Finanzierung:
Deutsche Bundesstiftung Umwelt ;
Die Zunahme des Freiflächenbestandes infolge von Schrumpfungsprozessen in ostdeutschen Städten stellt neue Anforderungen an die Entwicklung und Gestaltung von Grün- und Freiflächen im urbanen Raum. Dabei stellt die Finanzierung dieser neuen Freiflächen ein zunehmendes Problem dar. Des weiteren ist z.B. infolge von Klimaveränderungen oder infolge von Einsparungen bei der Bodenvorbereitung zukünftig mit einer Zunahme an Extremstandorten zu rechnen. Angesichts dieser Rahmenbedingungen müssen Vegetationsbilder entwickelt werden, die sich nicht in jedem Fall nahtlos in das "traditionelle" Grünflächenmanagement eingliedern lassen. Um trotzdem die Akzeptanz zur Durchführung von notwendigen Veränderungen zu legen, müssen die verschiedenen lokalen Akteure in die Entwicklung von Nachnutzungskonzepten für innerstädtische Freiflächen eingebunden werden. Zielstellung des Projektes ist es daher, standortangepasste Vegetations- und Pflegekonzepte für innerstädtische Freiflächen zu formulieren. Diese Konzepte sollen gestalterische, naturschutzfachliche und ökonomische Aspekte integrieren und einen Beitrag zur nachhaltigen Qualifizierung städtischer Freiräume liefern. Für die praktische Umsetzung in Dessau-Roßlau sollen modellhaft drei Freiflächentypen analysiert werden: - Typ EXTREM Rodebille-Viertel: Dieses durch Abriss von Wohngebäuden entstandene ca. 7 ha große, gebäudefreie Areal ist überwiegend durch typische Abrisssubstrate und Pioniervegetation gekennzeichnet. Oberboden wurde nicht aufgetragen. - Typ NACHBARSCHAFT - Wohngebiet an der Heidestraße: Im 1. Halbjahr 2010 werden die sich in Nord-Süd Richtung erstreckenden Wohnblöcke abgerissen (9.500 m²). Dadurch kommt es zu einem starken Eingriff in die verbleibenden Gebäude- und Grünflächenstrukturen. Durch die Umsetzung von neuartigen Vegetationsbildern soll ein brachfallen bzw. "verwildern" nach Auflösung der ehemaligen Nachbarschaften verhindert werden. - Typ UMWANDLUNG - Polling-Park: Am Beispiel dieses typischen Stadtparks (ca. 3 ha), der durch struktur- und artenarme Rasenflächen und eingestreuten Baum- und Gehölzbeständen charakterisiert ist, sollen pflegeextensive Anpassungsstrategien für bereits bestehende Freiflächen entwickelt werden. Als wesentliche Grundlage für die Entwicklung von standortangepasster Vegetation werden Schürfgruben angelegt und Bodenproben auf ihre bodenphysikalischen Eigenschaften und ihre Nährstoffverfügbarkeit untersucht. Die für das Rodebille-Viertel und für das Wohngebiet an der Heidestraße entwickelten Anpassungsstrategien sollen im Projektzeitraum umgesetzt werden. Um eine veränderte Freiflächenentwicklung auch in der Bevölkerung zu verankern, sollen z.B. Stadtspaziergänge, künstlerische Aktionen mit Planungswerkstätten ergänzt werden. Durch eine Einbindung in die Herstellung und Pflege der neuen Flächen soll zudem die Übernahme einer Verantwortlichkeit erleichtert werden.

Schlagworte

Anpassungsstrategien, Stadtböden, Stadtgrün, Stadtumbau Ost, standortangepasste Begrünung
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