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„Digitalisierung der Arbeit in der Pflege: Eine Chance für die lern- und gesundheitsförderliche Arbeitsgestaltung (DigitalCare)“
Projektleiter:
Prof. Dr. habil. Renate Rau, Renate Rau, Magdalena Wekenborg
Finanzierung:
Bund;
Bisher erfolgte die Digitalisierung von Pflegeaufgaben fast ausschließlich aus technisch-technologischen
und Machbarkeitserwägungen. Kaum Beachtung finden die Arbeitsbereiche und hier die Tätigkeiten
der Pflegekräfte, die durch die Digitalisierung verändert werden. Die Nachwuchsgruppe soll
den Fokus auf die betroffenen Pflegekräfte und deren Arbeitsgestaltung erweitern. Ziel ist die Entwicklung
eines wissenschaftlich fundierten und praxiserprobten Vorgehens zur Digitalisierung von Arbeitstätigkeiten
im Pflegebereich, welches die Entscheidung, Planung und Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen
dahingehend unterstützt, dass im Ergebnis beeinträchtigungsfreie, effiziente und
möglichst gesundheits- und lernförderliche Arbeitsplätze für Pflegekräfte entstehen. Dabei sollen
auch die Chancen der Digitalisierung für eine örtlich und zeitlich flexibel ausführbare Gestaltung von
Teilaufträgen Berücksichtigung finden.
Die zentralen Forschungsfragen sind:
1. Welches Vorgehen bei der Entscheidung, Planung und Umsetzung der Digitalisierung von Arbeitsprozessen
unterstützt die Gestaltung effizienter, gesundheits- und lernförderlicher Arbeitsplätze
für Pflegekräfte?
2. Welche Teile der Arbeit sollten digitalisiert werden?
3. Lassen sich geplante Digitalisierungsmaßnahmen, die aufgrund gesetzlicher Vorgaben oder betriebsinterner,
nicht arbeitswissenschaftlich intendierter Gründe erfolgen, so beeinflussen, dass
diese mit einer Entlastung der Pflegekräfte einhergehen?
Die Klärung der ersten beiden Fragen ist umfassender und erfordert im ersten Schritt die Ermittlung
der Digitalisierungsbedarfe. Hierfür wird ein beanspruchungs- mit einem belastungszentrierten Untersuchungsansatz
kombiniert. Ersterer basiert auf dem Einsatz eines innovativen psychophysiologischen
Stressmonitoring-Tools zur Identifikation von Stressreaktionen in Echtzeit auf belastende Ereignisse
und Arbeitssituationen (Beanspruchungsmessung auf der Mikroebene mittels Ecological Momentary
Assessments). Der belastungszentrierte Ansatz nutzt objektiv-bedingungsbezogene Arbeitsanalysemethoden,
um alle Anforderungen der Pflegetätigkeit zu erfassen und vor dem Hintergrund
bestehender Normen, Standards etc. sowie unter Berücksichtigung von Beanspruchungs- und Erholungsprozessen
(Beanspruchungsmessung auf der Makroebene mittels ambulantem 24-Stunden-Monitoring)
zu bewerten. Insgesamt werden mit diesem Vorgehen 100 Arbeitsplätze und die daran beschäftigten
Pflegekräfte (z. T. mehrfach) über jeweils eine Arbeitsschicht untersucht. Aus der Kombination
der Ergebnisse beider Ansätze werden im zweiten Schritt Digitalisierungsoptionen inklusive
der prospektiven Neu- bzw. Umgestaltung der betroffenen Tätigkeiten zu effizienten, beeinträchtigungsfreien
und möglichst gesundheitsförderlichen Tätigkeiten abgeleitet. Die örtlich-zeitliche Flexibilisierung
von Teilaufträgen spielt eine besondere Rolle, da dies die Fokussierung auf eine Arbeitsaufgabe
ohne ständige Unterbrechungen ermöglichen könnte.
Die dritte Fragestellung ist im Sinne der Nachhaltigkeit des vorgeschlagenen Forschungsvorhabens
auf eine konkrete Digitalisierungsmaßnahme ausgerichtet und beinhaltet Prä- und Postuntersuchungen
der Belastung und Beanspruchung bei der Einführung einer KI-basierten Telefonassistenz (KI-TA).
In die Planung und Implementierung der KI-TA sollen die Erkenntnisse aus der Beantwortung der ersten
beiden Fragen einfließen, damit die Gestaltung der Gesamttätigkeit nach Einführung der KI-TA
ein beeinträchtigungsfreies und gesundheitsförderliches Arbeiten ermöglicht. Einen besonderen Stellenwert
nimmt die Übergabe des neu entstehenden Handlungsspielraums (örtlich-zeitliche Flexibilisierung
der telefonisch zu erledigenden Arbeitsaufgaben) an die Pflegekräfte ein.
Die integrierende Auswertung der Ergebnisse aller drei Fragen soll in einer Leitlinie münden, die die
gesundheitsförderliche Gestaltung aller Schritte eines Digitalisierungsprozesses - von der Bedarfsanalyse
über die Implementierung bis hin zur Evaluation der Wirksamkeit und Zielerreichung - standardisiert
für unterschiedliche Anwendungsszenarien beschreibt.
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