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Dezentralisierung, New Governance und Regionalentwicklung: Fallstudie Sambia. Zur Bedeutung und Organisation zentralstaatlicher Transferleistungen
Finanzierung:
Fördergeber - Sonstige;
Die in vielen Staaten Afrikas zu beobachtenden hochzentralisierten Entscheidungs- und Verwaltungsstrukturen haben die in sie gesetzten Erwartungen einer nachholenden raschen Entwicklung ihrer Territorien nicht erfüllen können. Im Gegenteil werden sie mit dafür verantwortlich gemacht, dass sich die Situation in vielen Regionen des Kontinents nicht nur nicht verbessern konnte, sondern faktisch verschlechtert hat. Die Reform der postkolonialen Steuerungsstrukturen wird konsequenterweise als eine der wesentlichen Voraussetzungen gesehen, um den Teufelskreislauf von zunehmender Armut und Umweltdegradation zu durchbrechen. In vielen Staaten wurden zu Beginn der 1990er Jahre Verwaltungsreformen initiiert, die durch die Verlagerung von Entscheidungskompetenzen und Ressourcen auf lokale Gebietskörperschaften (Dezentralisierung) eine verbesserte Effizienz und Ressourcenallokation der Verwaltung, eine partizipativere lokale Steuerungsstruktur (Governance) sowie darauf aufbauend verbesserte Entwicklungsergebnisse intendierten. 1993 wurde in Sambia ein entsprechendes Reformprogramm mit dem Ziel begonnen, durch Dezentralisierung und Privatisierung zur Stärkung der lokalen Gebietskörperschaften beizutragen. Das Programm basierte auf dem Local Government Act 1991 und übertrug weitreichende Kompetenzen in den Sektoren Landwirtschaft, Erziehung und Gesundheit auf gewählte Distriktparlamente. Nun reicht das lokale Steueraufkommen in der Regel nicht aus, um vor allem das Entwicklungs-/ Investitionsbudget der Distrikte zu finanzieren. Aus diesem Grunde sind zentralstaatliche Transferleistungen notwendig und es ist Ziel des geplanten Forschungsvorhabens, die bisherigen Erfahrungen in Sambia zu analysieren. Dabei geht es einerseits um direkte Transfers sowie andererseits um über spezifische Träger transferierte Mittel, die nur im Antragsverfahren abgerufen werden können. Darüber hinaus untersucht das Forschungsvorhaben auch die bisherige Umsetzung des Dezentralisierungsgesetzes und analysiert diesbezügliche Hindernisse und Probleme. In einem weiteren Schritt werden die Wirkungen der bisherigen Reformschritte im lokalen Kontext untersucht. Neben Fragen der Verwaltungseffizienz geht es vor allem um die Analyse der neuen, partizipativen Steuerungsstrukturen und der damit verbundenen Hoffnung auf bessere Entwicklungsresultate im Sinne einer effektiveren Mittelallokation. Von besonderem Interesse dürfte in diesem Kontext auch das Verhältnis von traditionellen Führern, Administratoren und neu gewählten Volksvertretern auf der lokalen Ebene sein.

Schlagworte

Dezentralisierung, Regionalentwicklung, Sambia
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