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Depotenzierung der Souveränität: Religion und politische Ideologie bei Claude Lefort, Slavoj Zizek und Karl Barth
Finanzierung:
Volkswagen Stiftung ;
Die Studie untersucht die Figur der souveränen Macht im politischen Denken von Claude Lefort und Slavoj i ek sowie in der Theologie Karl Barths. Sie geht von der Hypothese aus, dass das Nachdenken über die Souveränität trotz der vielfach artikulierten Kritik an diesem für die politische Ideengeschichte zentralen Konzept nicht beendet oder verabschiedet, sondern stattdessen neu begründet werden sollte. Dazu ist die Souveränität jedoch nicht als Begriff des modernen politischen Denkens, sondern als eine Figur des symbolisch-imaginären Registers der abendländischen Politik zu verstehen. Mit der Souveränität erschafft sich die menschliche Einbildungskraft die Fiktion, es gebe einen Träger, Repräsentanten oder ausgezeichneten Ort, an dem die Einheit und Unteilbarkeit des politischen Gemeinwesens sichtbar Gestalt annehmen und sich verwirklichen lassen.
In dieser Studie wird vorgeschlagen, die Figuren der Souveränität zu de-potenzieren, d.h. sie in ihrer Positivität und Absolutheit abzubauen und zu schwächen. Dies kann geschehen, indem Elemente ihrer Negativität und Kontingenz perspektivisch ins Zentrum gerückt werden. Eine De-potenzierung der Souveränität ist allerdings nicht zu verwechseln mit einer kritischen Verabschiedung des Souveränitätsdenkens. Denn die Imagination einer absoluten Macht kann durch rationale Kritik und Analyse nicht abgeschafft werden. Stattdessen ist davon auszugehen, dass sie sich immer wieder neu Gestalten und Formen schafft, dass sie umbesetzt und neu figuriert werden kann. Dementsprechend ist das politische und theologische Denken besser beraten, den Figuren der Souveränität auf der Spur zu bleiben, anstatt sie aus den Augen zu verlieren, um dann erneut und unvorbereitet von ihrer ungebrochenen Wirksamkeit überrascht zu werden.

Schlagworte

Demokratie, Gott, Ideologie, Macht, Religion, Souveränität

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2012
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