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Das Bild des Beduinen in der arabischen Schriftkultur: Wahrnehmung der Nomadenkultur und des arabischen Erbes im Mittelalter: Der Beduine aus Sicht der islamischen Gelehrtenkultur
Projektbearbeiter:
Frau Sarah Binay
Projekthomepage:
Finanzierung:
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ;
Die Gestalt des Beduinen ist in der arabischen Literatur weitverbreitet, wobei sein Bild durch ambivalente Züge gekennzeichnet ist. Das Projekt versteht es als Manifestation eines spezifisch motivierten, selektiven Interesses der arabischen Gelehrtenkultur und ist nicht darauf ausgerichtet, tatsächliche beduinische Lebensverhältnisse im Laufe der islamischen Geschichte darzustellen.
Drei Hauptfragestellungen sind von Bedeutung: Erstens sind die deskriptiven Elemente einer Typologie des Beduinen zu vermerken, wobei thematische Verdichtungen aus dem Untersuchungsmaterial extrahiert werden können. Zweitens sollen die historischen Entwicklungslinien bei der Ausbildung der wichtigsten thematischen Schwerpunkte des Beduinenbildes skizziert werden. Drittens soll die Funktion dieses Bildes, welche Möglichkeiten der Ab- und Ausgrenzung sowie der Integration es beinhaltet, im Kontext der Verortung und Spezifik eines arabischen Geschichts- und Selbstbewusstseins verstanden werden.
Das Untersuchungsmaterial wird aus einer repräsentativen Auswahl verschiedener Textgruppen gebildet. Bisher wurden im Bereich der religiösen Literatur hadith-Sammlungen sowie Werke der Koranexegese ausgewertet, wobei vereinzelt auf Texte der sira und der tabaqat-Werke ausgegriffen wurde. Im nächsten Abschnitt der Forschungsarbeit werden vorrangig die Werke des adab untersucht werden. Philologische Werke werden ebenso berücksichtigt wie einzelne Passagen aus der geographischen und historischen Literatur.
Erste Ergebnisse, die aus der Beschäftigung mit der religiösen Literatur resultieren, zeigen den Beduinen zumeist als anonyme Figur ohne spezifische Attribute bzw. ohne jede äußerliche Beschreibung abgebildet. Er tritt lediglich als a`rabi in Situationen ein. Diese Beobachtung führt zu der Hypothese, dass sein Verhalten und die Regeln seines Agierens spezifisch sein müssen und allgemein bekannt unter den Rezipienten der Texte aus dem Gelehrtenmilieu. Beispielsweise dient seine Figurd azu, komplizierte theologische Fragen und abstrakte Begriffe in einer leicht verständlichen bzw. gegenständlichen Weise zu erklären. Seine Gestalt erscheint eng verbunden mit den praktischen Aspekten des Lebens.

Schlagworte

Beduine, Stereotypie, Wahrnehmung
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