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Bevölkerungsgeschichte Deutschlands, 16.-19. Jh.
Projektbearbeiter:
Christian Schlöder
Finanzierung:
Haushalt;
Ziel ist eine Rekonstruktion der deutschen Bevölkerung in den gut drei Jahrhunderten vor 1871 vor allem bezüglich der Bevölkerungsgröße, jährlicher Reihen vitalstatistischer Raten sowie der mittelfristigen Entwicklung von Lebenserwartung und Bruttoreproduktionsziffer. Es werden nationale Projektionen dieser Variablen aufgrund von protostatistischem Material (ca. 1720-1820), Kirchenbüchern (ca. 1570-1820) sowie fiskalisch, militärisch und kirchlich motivierten Teilzählungen der Bevölkerung (ca. 1500-1770) erarbeitet und an bereits weitgehend existierende, auf einzelstaatlichen Bevölkerungsstatistiken beruhende Reihen des 19. Jahrhunderts angeschlossen. Die Relevanz des Vorhabens ergibt sich daraus, dass bei statischer Technologie die mittel- und langfristige Entwicklung des Pro-Kopf-Einkommens im Wesentlichen von der Bevölkerungsgröße abhängt. Zum Verständnis des Wirtschaftswachstums vor der und im Übergang zur Industrialisierung ist es deshalb wesentlich zu verstehen, wie eine Bevölkerung auf Reallohnfluktuationen reagiert, d. h. inwiefern und wie stark malthusianische Anpassungsmechanismen ausgeprägt sind bzw. sich über die Zeit hinweg verändern. Ökonometrische Zeitreihenanalysen zwischen vitalstatistischen Ziffern und einer Reallohnreihe sowie die Betrachtung der Entwicklung von Lebenserwartung und Bruttoreproduktionsziffer werden einen Beitrag leisten zur empirischen Fundierung eines einschlägigen Zweigs der Neuen Wachstumsökonomie, zur Kenntnis der Bevölkerungsdynamik in nicht-industriellen Gesellschaften sowie allgemein zur deutschen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte.

Anmerkungen

Gemeinsam mit Ulrich Pfister (WWU Münster), Kooperationsabkommen mit MPI Demografische Forschung Rostock

Schlagworte

Historische Demographie

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