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Berufsbezogene Evaluation der stationären Rehabilitation beim chronischen Rückenschmerz
Projektbearbeiter:
OA Ralf Schimani, Kuno Hottenrott
Finanzierung:
Fördergeber - Sonstige;
Hintergrund: In Zeiten evidenzbasierter Medizin und zunehmend restriktiver Budgetierung von Maßnahmen der Gesundheitsversorgung kommt der Entwicklung und Evaluierung von Trainings- und Therapieprogrammen sowie von validen, reliablen und praktikablen diagnostischen Instrumentarien eine wachsende Bedeutung zu. Hinsichtlich der Wirksamkeit der stationären Rehabilitation chronischer Rückenschmerzpatienten in Deutschland ist festzustellen, dass diese bislang nur als mäßig bezeichnet werden kann. Deshalb war es Ziel dieser Studie, die dreiwöchige Therapie für chronische Rückenschmerzpatienten in der Rehabilitationsklinik Eisenmoorbad in Bad Schmiedeberg, insbesondere in Abhängigkeit von der beruflichen Tätigkeit der Rehabilitanden, zu evaluieren. Methodik: Das Forschungsprojekt fand als kontrollierte Längsschnittuntersuchung über einen Zeitraum von 6 Monaten (April 2003 bis Oktober 2003) in der Rehabilitationsklinik Eisenmoorbad in Bad Schmiedeberg statt. In die Untersuchungsstichprobe wurden 133 Personen, davon 86 Rehabilitanden mit chronischem Rückenschmerz, eingeschlossen. Unter dem Aspekt der beruflichen Tätigkeit wurden alle Studienteilnehmer reizschwachen (leichte körperliche Arbeit; Synonym: Sekretärin) und reizstarken Gruppen (schwere körperliche Arbeit; Synonym: Bauarbeiter) zugewiesen, wobei alle Rehabilitanden das gleiche Rehabilitationsprogramm absolvierten. Das Rehabilitationsprogramm war aktiv akzentuiert und umfasste 5 bis 6 Behandlungen pro Tag (Dauer jeweils 30-45 min). Die klinische und posturographische Untersuchung sowie die Befragung der Probanden erfolgten direkt vor und nach der dreiwöchigen Rehabilitation bzw. im Abstand von drei Wochen. Ergebnisse: Die Probanden waren im Durchschnitt 42,6 Jahre alt (Patienten: 46,3 Jahre; Kontrollgruppen: 35,8 Jahre). 26 % (n = 35) der Untersuchungsteilnehmer waren Männer, 74 % (n = 98) Frauen. 15 % (n = 20) der Untersuchungsteilnehmer waren zum Zeitpunkt des Untersuchungsbeginns arbeitsunfähig (AU), wovon bei 19 AU-Patienten (95 %) nach der Rehabilitation das Ende der AU absehbar (innerhalb von 14 Tagen) war bzw. diese einer stufenweisen beruflichen Wiedereingliederung zugeführt werden konnten. Als signifikant wirksam vor dem Hintergrund der Rückenschmerzreduktion und der Verbesserung der posturalen Regulation erwies sich die Intervention lediglich bei den Sekretärinnen. Hier gelang es bei 78 % der Patienten die Rückenschmerzintensität zu senken und zeigten 65 % der Patienten nach der Rehabilitation eine verbesserte Haltungsregulation. Bei den Bauarbeitern bewegten sich die Werte zwischen 51 % (Rückenschmerzintensität) und 50 % (Haltungsregulation). Charakteristisch für beide Stichproben sind Defizite im sensomotorischen Bereich, die sich in Form muskulärer Dysbalancen und einer veränderten Statik (erhöhte Fersenbelastung) manifestierten.

Schlagworte

Beruf, Chronischer Rückenschmerz, Posturographie, Stationäre Rehabilitation

Publikationen

2005
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