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Die Bedeutung von microRNA-145 bei Meningeomen
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Meningeome, Tumore der Hirnhäute, gehören zu den häufigsten primären Tumoren innerhalb des Schädels. Obwohl sie in den meisten Fällen biologisch gutartig sind, besitzen sie dennoch ein erhebliches Rezidiv-Risiko nach einer Operation. Außerdem gibt es einen kleinen Anteil maligner Formen, die in das Hirngewebe einwachsen können und eine schlechte Überlebensprognose bedeuten. Die Inaktivierung des lange bekannten Gens NF2 scheint im Zuge der Tumorentstehung eine große Rolle zu spielen, erklärt jedoch nicht die seltene Weiterentwicklung zu atypischen oder malignen Formen mit schlechter Prognose. Das kleine RNA-Molekül miRNA-145 könnte für diesen Prozess eine Rolle spielen. Seine potenzielle Bedeutung bei der Unterdrückung des Tumorwachstums wird im Projekt untersucht. microRNAs (miRNAs) sind besonders kleine RNAs, deren Bedeutung erst in den letzten 10 Jahren erkannt wurde. Sie kodieren nicht für Peptide. Jede miRNA hemmt jedoch die Bildung einer Serie zellulärer Proteine, in deren Genen bestimmte Zielstrukturen für die betreffende miRNA vorliegen. Zwar können solche Zielstrukturen durch eine Computeranalyse abgeschätzt werden, eine gute Vorhersage der Hemmwirkung in lebenden Zellen ist dennoch nicht möglich. Aus diesem Grunde geschieht die Aufklärung der Wirkung einer miRNA experimentell. In den letzten Jahren wurde zunehmend erkannt, dass manche dieser Moleküle als Onkogene (Tumor-fördernde Gene), andere als Tumorsuppressorgene (Tumor-hemmende Gene) eine Rolle spielen können. Die miRNA-145 steht in starkem Verdacht, bei verschiedenen Tumortypen eine Suppressorfunktion auszuüben. Aufgrund erster Vorbefunde am Institut für Neuropathologie der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg haben wir die Hypothese, dass der Verlust der Tumor-hemmenden miRNA-145 beteiligt ist an der erhöhten Aggressivität atypischer und maligner Meningeome. Falls dies zutrifft, könnte es zur Erkennung neuer therapeutischer Angriffspunkte beitragen. Die Wilhelm-Sander-Stiftung fördert an unserem Institut ein Projekt, das an Meningeom-Zellkulturen die Rolle dieser miRNA analysiert für Zellwachstum und -teilung, für die Fortbewegung von Zellen auf Oberflächen und ihr Einwachsen in Hirngewebe, sowie für die Resistenz der Tumorzellen gegen Apoptose, eine Form des Zelltodes, die für Chemotherapeutika eine wesentliche Rolle spielt. Ausgehend von einigen validierten Ziel-Eiweißen der miR-145 soll ermittelt werden, über welche Signalmechanismen die genannten biologischen Prozesse beeinflusst werden und ggf. sollen weitere Ziel-Proteine ermittelt werden. An Nacktmäusen soll überprüft werden, ob implantierte Meningeomzellen langsamer im Schädel der Tiere zu Meningeomen auswachsen, wenn die verlorene miR-145 der Tumorzellen durch genetische Manipulation ersetzt wurde.
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