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Studentische Praxisprojekte bereichern kulturelles Angebot in Wernigerode
von Andreas Schneider

Am Samstag, dem 24. März 2012, lud die Kulturstiftung Wernigerode im Rahmen des 10. Museumsfrühlings der Stadt zur Eröffnung des Museums Schiefes Haus in die Klintgasse ein. Rund eine Million Euro kostete die Sanierung der ehemaligen Walkmühle , verriet der Oberbürgermeister der Stadt Wernigerode, Peter Gaffert, und fügte hinzu: Mit einer Neigung von sieben Grad und einem Überstand von 1,30 Metern ist das Schiefe Haus sogar schiefer als der Schiefe Turm von Pisa .

Auch der Rektor der Hochschule Harz, Prof. Dr. Armin Willingmann, würdigte die Initiative. In Zeiten rückläufiger Kulturförderung freue ich mich sehr über die Einweihung dieses Museums, das durch das Zusammenwirken von öffentlicher Hand, privater Stiftung und engagierten Bürgern, Studierenden sowie Dozenten ermöglicht wurde , lobte der Jurist den ausgeprägten Sinn für Kultur in der Stadt. Gleich zwei Praxisprojekte des Studiengangs Medieninformatik am Fachbereich Automatisierung und Informatik befassten sich mit der Geschichte und dem neuen Nutzungskonzept des im 17. Jahrhundert errichteten Fachwerkhauses.

Unter der Leitung von Dipl.-Des. Florian Fischer und Prof. Eberhard Högerle realisierten Studierende neben dem kompletten Ausstellungsdesign - wie einem Leitsystem, einer Museumszeitung und Internetseite - auch drei Ausstellungen in der 1. Etage des Hauses. Darunter warten als ständige Exponate sachliche Fotografien von Karl Blossfeldt und Paul Renners zeitlos konstruierter Schrifttyp Futura auf die Besucher. In einem Turnus von drei bis vier Monaten werden zudem Arbeiten junger, zeitgenössischer Fotografen präsentiert, die von Florian Fischer, künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Automatisierung und Informatik, in den nächsten zwei Jahren kuratiert werden. Den Auftakt läutet der Berliner Fotograf Jonas Ludwig Walter mit seiner Serie NOW/HERE aus der Bauruine AKW Stendal ein. Daneben wird bis Ende 2012 die Serie Nachtzüge von Olaf Haensch gezeigt.

Die über 300-jährige Geschichte der ehemaligen Walkmühle wird den Museumsgängern in einer 3D-Animation anschaulich vermittelt, welche in einem Projektteam um Prof. Martin Kreyßig, Dozent für digitales Bewegtbild, entstanden ist. Eine Kurzfassung des Films kann auch online unter www.schiefeshaus.de angeschaut werden. Die Schieflage als Metapher für eine positive Basis zu interpretieren und Menschen zu mobilisieren, das versteht der bürgerliche Macher Rainer Schulze , dankt Kreyßig dem Vorsitzenden der Kulturstiftung Wernigerode und Initiator des Projekts. Von Mitarbeitern der Oskar Kämmer Schule gefertigte Modelle von Wasserkraft-Maschinen im Maßstab 1:25 und historische Fotografien aus dem 19. Jahrhundert runden das Ausstellungskonzept im Erdgeschoss ab.

Das Museum Schiefes Haus ist dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 1 Euro.