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Prävention und Versorgung epidemisch auftretender Infektionen mit innovativer Medizintechnik
Termin:
01.01.2022
Fördergeber:
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Zweck der Fördermaßnahme im Bereich der Medizintechnik ist es, in Verbundprojekten erfolgversprechende Produkt-, Prozess- oder Dienstleistungsinnovationen für die Prävention und Versorgung epidemisch auftretender ¬Infektionen zu initiieren und damit die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems in dieser Hinsicht zu verbessern. Dabei gilt es für Medizintechnik-Unternehmen Erkenntnisse aus andauernden oder überstandenen Epi- oder Pandemien in die Erforschung und Entwicklung zukünftiger Innovationen einzubeziehen und ebenso verstärkt an Lösungen zu arbeiten, die das zielgerichtete Management der Patientenversorgung in Epidemie- oder Pandemiesituationen optimieren.

Gegenstand der Förderung sind grundsätzlich industriegeführte, risikoreiche und vorwettbewerbliche FuE-Vorhaben in Form von Verbundprojekten, in denen die Erarbeitung von neuen, marktfähigen medizintechnischen Lösungen angestrebt wird. Die Ergebnisse können Medizinprodukte oder innovative medizinische Dienstleistungen sein. Gefördert werden Konsortien zwischen Medizintechnikunternehmen, der klinischen Versorgung, akademischen Institutionen und/oder der Versorgungsforschung, die bei Auftreten von Infektionen mit epidemischem Potential relevante Versorgungsabläufe adressieren.

Die Fördermaßnahme zielt auf medizintechnische Lösungen ab, die bei epidemischen Infektionskrankheiten einen signifikanten Mehrwert innerhalb der Versorgungskette Prävention - Diagnose - Therapie/Nachsorge erbringen und der Eindämmung von Infektionen dienen. Die Vernetzung von Versorgungs- und Industrieforschung für den strukturierten Austausch beider Disziplinen zu epidemischen Infektionskrankheiten ist ein weiterer Fokus der Förderung.

Die FuE-Förderung hat folgende thematische Schwerpunkte:
a) Medizintechnik zur Prävention von Infektionen
1. Schutz vor Erregern für Patienten und medizinisches Personal (z. B. Optimierung/Nachhaltigkeit persönlicher Schutzausrüstung; physikalisch/chemische Methoden und Nachweis deren Wirksamkeit)
2. Optimierung bestehender und Erforschung innovativer Prozesse/Produkte/Methoden

b) Diagnostik von Infektionen und resultierender Erkrankungen
1. Lösungen für die mobile, effektive Probenentnahme/-aufbereitung
2. Point-of-Care bzw. Schnell-Diagnostik, insbesondere neuer Erreger
3. Frühe, asymptomatische Diagnostik
4. Spezifische Immundiagnostik
5. Agnostische Testverfahren bis dato unbekannter Erreger
6. Differentialdiagnostik (z. B. viraler/bakterieller Erreger)
7. Therapiemonitoring/Risikostratifizierung anhand klinischer Parameter
8. Resistenztestung

c) Therapie/Nachsorge von Infektionen und Erkrankungen
1. Innovative Medizintechnik in der häuslichen, ambulanten und stationären Behandlung (z. B. Intensivmedizin, Beatmung, Anästhesie, Therapiestratifizierung und -monitoring)
2. Prozesse des systematischen klinischen Managements mit dem Ziel der Deeskalation des Erkrankungsverlaufs

d) Eindämmung von Infektionen
1. Methoden zur Vermeidung/Minimierung der Erregerübertragung
2. Konzepte für die Bereitstellung und Analyse von Infektions-, Immun- und Erkrankungsdaten (unter Berücksichtigung von Datenschutz, -sicherheit, -integrität, -verfügbarkeit)
3. Bereitstellung von Entscheidungsgrundlagen für bestmögliche Disziplin- und Sektorenübergreifende Versorgungsprozesse für den individuellen Patienten als auch zur Eindämmung epidemischer Infektionen
4. Systeme zur Nachverfolgung und Auswertung von Infektionswegen bzw. Krankheitsverläufen
5. Prozesse der Steuerung versorgungsrelevanter Medizintechnik (Ressourcenmanagement)

e) Vernetzung von Versorgungs- und Industrieforschung zu epidemischen Infektionskrankheiten
1. Plattformen zum Austausch von Versorgungs- und Industrieforschung sowohl für die prozess- als auch für die patientenorientierte FuE von Medizinprodukten mit in den Buchstaben a bis d benannter Zielstellung

Die Themenfelder sind als beispielhaft und nicht abschließend anzusehen. Es können auch Projekte in nicht explizit genannten Anwendungsbereichen gefördert werden, solange die Lösungsansätze einen Beitrag zur genannten Zielstellung und Thematik der Förderrichtlinie leisten.

Antragsberechtigt sind Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft sowie Hochschulen, forschende Kliniken und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen.

Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt und hat laufzeitabhängig unterschiedliche Einreichfristen.

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat das BMBF derzeit folgenden Projektträger (PT) beauftragt:
VDI Technologiezentrum GmbH
Bülowstraße 78
10783 Berlin
Telefon: 0 30/2 75 95 06-41
E-Mail: pt_gesundheitswirtschaft@vdi.de

Ansprechpartnerinnen sind: Dr. Constanze Reiche und Dr. Monika Weinhold

Weitere Informationen:
https://www.bmbf.de/foerderungen/bekanntmachung-3100.html