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Innovationsausschuss: Themenspezifische Förderung von neuen Versorgungsformen zur Weiterentwicklung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenkasse
Aktualität:
bis 01.01.2022
Fördergeber:
Fördergeber - Sonstige
Gefördert werden neue Versorgungsformen, die insbesondere eine Weiterentwicklung der sektorenübergreifenden Versorgung zum Ziel haben und hinreichendes Potenzial aufweisen, dauerhaft in die Versorgung aufgenommen zu werden. Unter Versorgungsform ist die strukturierte und verbindliche Zusammenarbeit unterschiedlicher Berufsgruppen und/oder Einrichtungen in der ärztlichen und nicht-ärztlichen Versorgung zu verstehen. Dazu zählen insbesondere auch sektorenübergreifende Versorgungsmodelle. Projekte, die auf eine dauerhafte Weiterentwicklung der selektivvertraglichen Versorgung abzielen, können ebenfalls gefördert werden. Insgesamt soll mit den Projekten eine strukturelle und prozessuale Weiterentwicklung des Gesundheitsystems verbunden sein. Besondere Projektstrukturen und -elemente können bei der geplanten neuen Versorgungsform vorgesehen werden. Hierzu zählen u. a. Elemente der Digitalisierung oder Patient-Empowerment-Strukturen. Kooperationen mit Trägern und Institutionen außerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung sind möglich, sofern sich diese entsprechend ihrer Zuständigkeit finanziell am Projekt beteiligen.

Im Rahmen der vorliegenden Förderbekanntmachung werden neue Versorgungsformen gefördert, die die nachfolgenden Themenfelder adressieren.

Themenfeld 1: Weiterentwicklung von Versorgungsstrukturen und -prozessen
In diesem Themenfeld sollen Projekte gefördert werden, die geeignete Lösungen für eine strukturelle Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung erproben. Es können auch Projekte gefördert werden, die bestehende Versorgungsprozesse praktikabler, wirtschaftlicher oder nachhaltiger gestalten. In diesem Themenfeld können sowohl die Versorgungsabläufe bei bestimmten Erkrankungen oder bei besonders betroffenen Populationen mögliche Ausgangspunkte für einen Antrag sein. Berücksichtigt werden soll die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen und die sektorenübergreifende oder Versorgungsebenen übergreifende Kooperation.

Themenfeld 2: Versorgungsmodelle für Regionen mit besonderen Strukturanforderungen Mit diesem Themenfeld sollen die Besonderheiten und spezifischen Anforderungen von bestimmten Regionen stärker berücksichtigt werden. Dazu gehören nicht nur ländliche oder strukturschwache Regionen, sondern auch solche, die sich z.B. durch eine besondere geographische Lage auszeichnen. Hier kommen sowohl grenznahe Regionen in Frage, die sprachliche, kulturelle oder ähnliche Faktoren zu berücksichtigen haben, als auch weitere Regionen, in denen eine medizinische Versorgung deutlich erschwert ist. Gerade in Regionen mit spezifischen Anforderungen werden Versorgungsmodelle benötigt, die sich flexibel erweitern lassen oder modifiziert werden können, wenn sich der Versorgungsbedarf der Bevölkerung beispielsweise durch Änderungen der Morbidität ändert.

Themenfeld 3: Integration und Vernetzung rehabilitativer Maßnahmen zur Steigerung des Behandlungserfolgs von GKV-Leistungen Die Rehabilitation bietet eine große Bandbreite, um einen möglichst nachhaltigen Behandlungserfolg zu sichern. Die Struktur dieser Leistung umfasst ein sehr großes inhaltliches sowie strukturelles Spektrum. Von medizinischer, beruflich orientierter Rehabilitation bis hin zu Intensivmaßnahmen, die in den Bereich des Krankenhaussektors reichen und vielen weiteren Rehabilitationsangeboten, bestehen bei jeder Rehabilitationsmaßnahme viele Schnittstellen zu ambulanten und stationären Versorgungsstrukturen. Um Qualitätsverluste an den Schnittstellen zu vermeiden, sind innovative Versorgungskonzepte gefragt. Vor allem digitale Anwendungen weisen das Potential auf, alle notwendigen Akteure miteinander zu vernetzten und auch nach einer abgeschlossenen Rehabilitationsmaßnahme flankierend zu unterstützen. Der gesetzliche Auftrag der GKV weist nicht nur thematische Berührungspunkte zu den Aufgaben der Renten- und Unfallversicherung bei der medizinischen und beruflichen Rehabilitation auf, sondern auch zu den nachfolgenden Aufgaben im Zusammenhang mit dem Betrieblichen Wiedereingliederungsmanagement.

Themenfeld 4: Versorgungsmodelle zu Patientenpfaden In diesem Themenfeld können Projekte gefördert werden, die das Ziel einer koordinierten- und durchgängigen Versorgung von bestimmten Patientengruppen (z.B. Kinder und Jugendliche und deren Eltern, Patienten mit Mehrfacherkrankungen oder mit komplexen Versorgungsbedarfen) anstreben. Hierzu können Patientenpfade konzipiert und erprobt werden, die sich dem gesamten Krankheitsverlauf widmen und sektoren- und berufsgruppenübergreifend ausgestaltet sind. Förderfähig sind auch entsprechende Behandlungskonzepte, die in regionalen Versorgungsnetzen konzipiert und umgesetzt werden sollen. Durch die Integration regionaler Versorgungsstrukturen und deren digitaler, patientenzentrierter Abbildung im Zusammenspiel mit telemedizinischen und weiteren digitalen Angeboten sollen umfassende Prozessverbesserungen für Patienten wie Ärzte und damit eine verbesserte, nutzerfreundliche Versorgung erreicht werden.

Themenfeld 5: Datengestützte Versorgungsmodelle für Menschen mit chronischen Erkrankungen in der ambulanten Versorgung In diesem Themenfeld werden Projekte gefördert, die die ambulante Versorgung chronisch kranker Patientinnen und Patienten mit Hilfe digitaler, datengestützter Ansätze ergänzen, um die Behandlungsergebnisse zu verbessern. Dazu gehört insbesondere die Zusammenführung und Auswertung von Daten aus verschiedenen Quellen zur Vermeidung von Doppelerhebungen, zur Unterstützung einer leitliniengerechten Behandlung und zu einer frühzeitigen Erkennung und Prävention von Komorbiditäten und Komplikationen. Die hierbei aufgebauten bzw. hierzu genutzten KI- und / oder Wissensnetze sollen in den Versorgungsalltag integrierbar sein, z.B. durch Rückübermittlung von Behandlungshinweisen an Ärzte und Patienten.

Mit der Abwicklung der Fördermaßnahme hat der Innovationsausschuss folgenden Projektträger beauftragt:
DLR Projektträger
- Bereich Gesundheit -
Heinrich-Konen-Straße 1
53227 Bonn
Telefon: 0228 3821-1210
E-Mail: innovationsfonds-versorgungsformen@dlr.de

Weitere Informationen:
https://innovationsfonds.g-ba.de/foerderbekanntmachungen/foerderbekanntmachung-neue-versorgungsformen-zum-themenspezifischen-bereich.29